Dienstag, 22. April 2014

Dreh' dich, kleiner Kreisel ...

... dreh' dich immerzu,
dreh' dich immerzu,
rundherum und rundherum
und dran bist du.

Was für ein Alptraumtag heute!

Den Austausch der Böden in unserem Haus habe ich mir extrem stressig vorgestellt. Aber auf eine andere Art. Unterschätzt habe ich das nicht, aber ich habe mir das 'anders stressig' gedacht. Auf diese Weise ist das einfach nur ... zermürbend. Irgendwie hatte ich mir vorgestellt, dass, nachdem die beiden oberen Stockwerke gemacht seien, mir das Wiedereinräumen wesentlich einfacher fiele als es de facto tut. So versinken wir hier aktuell nahezu im Chaos, da hier noch tausende Kisten von letzter Woche rumstehen, und dazu am Wochenende noch das in Kisten gepackte Zeug aus dem kompletten Erdgeschoss - Wohn- und Essbereich - kam. Dazu jetzt seit heute die Tatsache, dass der Zugang zum Keller abgehängt ist - da steht die Waschmaschine -, weil im Erdgeschoss auf 60m² das Parkett rauskommt. Lärm. Dreck. Ätzend!

So, nächste Woche gleich stehen einen Haufen Termine an ... mir graut.
Dazu die 'Belastung' mit Fridolin's Probezeit in der 2. Klasse. Ich weiß zu 100%, dass er dort bestens aufgehoben ist, sich integriert, sich wohlfühlt ... . Ich weiß auch, dass ich ihn sehr sehr fordere mit dem, was ich tue. Der Grat zur Überforderung ist sehr dünn. Ich weiß aber auch, dass die Leute, die jetzt laut 'Überforderung!' rufen, am Ende nicht das Kind auffangen müssen, falls er zurück in die 1. Klasse muss. Diesen Druck muss dann alleine ich abfangen. Der Druck, der auf mir lastet, ist immens. Eigentlich müsste ich in Ruhe mit ihm lernen, und nach der Lernerei wäre Ferienprogramm! Was Schönes erleben! Aber da ist ... Hausrenovierung. Nicht nur leise und dann fertig, sondern laut mit Fräse etc etc. Heißt: die letzten vier Tage handwerkerfrei habe ich hart mit ihm gelernt, wohl wissend, dass dieses so intensiv nicht möglich ist, wenn die Handwerker im Haus sind. Die vier Tage, bis sie fertig sind, lernen wir nun extrem früh. Die kommen ja schon um 8.15 Uhr, und dann ist nix mehr mit Konzentration. Fridolin's Konzentration ist aber sinnigerweise früh am Besten ... . Immerhin habe ich diese Woche 'hausfrei', Fred hat Urlaub, und ist dafür zuständig, das Haus und die Handwerker zu hüten. Heißt: wenn ich mit Fridolin gelernt habe, sind wir wenigstens 'frei'.
Die Lernerei heute Morgen war eine Katastrophe. Der Druck auf mir war und ist einfach riesig, und er war heute früh einfach noch müde. Dann hat's gewaltig gekracht, und ich habe mich aufgeführt wie eine Rabenmutter ......... . Dieses schreibe ich mit dem allerschlechtesten Gewissen, das man haben kann.

Heute Vormittag sind wir dann in Richtung IKEA gefahren. Auf dem Weg dorthin wollten wir Mittag machen im Bio-Laden. Dort haben sie 362 Tage im Jahr den leckersten Mittagstisch, immer irgendeine Lasagne oder was auch immer. Nur heute ausnahmsweise nichts, weil gestern Feiertag war. Und morgen dann was mit Rote Bete. Na juhu. Nicht. Bei IKEA half ein 'netter' Mann Sohni dann mit dem 'Ketchup' auf die Pommes. Nur dass das Ketchup leider kein Ketchup war, sondern Preiselbeeren. Nicht lecker. Der IKEA-'Ausflug' selbst hat jetzt auch nicht wirklich was Entscheidendes gebracht ... Eigentlich hatte ich ein Regal oder irgendwas fürs Bebi-Zimmer gesucht, konnte mich dann letztlich aber nicht entscheiden. Die Auswahl an Vorhängen - gigantisch, brauchbare allerdings grade mal drei: die gleichen wie zuvor, schwarze und graue. Nun ja, die gleichen wie zuvor - nein. Schwarze (Fridolin's Wunsch) - nop. Zum Glück hatte ich Fridolin dabei, musste ich nicht alles komplett alleine entscheiden. Naja, die Ausbeute war dementsprechend gering ... einen Parkettschutz für unter Fridolin's Schreibtisch, dann hatte er sich einen Papierkorb für sein Zimmer gewünscht, eine neue Fußmatte für vor die Tür ... keine Kissen, keine Teelichter, keine Garderobenhaken, kein Schnick-Schnack.

Und meine kleine Tochter? Soviel wie ich auf den Beinen bin, ist sie mehr als ruhig.

Ist doch alles scheiße irgendwie!!

Sonntag, 20. April 2014

Steal away ...

P.S.: Der Soundtrack zum letzten Blog-Eintrag:



Eigentlich hatte ich gestern noch von Fridolin's blödem Heuschnupfen-Bindehautentzündung schreiben wollen und von seiner schmerzenden Hand. Ersteres war heute morgen fast weg nach einmal fett Euphrasia. Die Schmerzen in der Hand hat er jetzt schon ein paar Tage, und ich befürchte, das wird noch was Größeres. Nix Verstauchtes oder oder oder. Am Dienstag Termin beim Kinderchirurgen machen - scheiße.

At the Dark End of the Street

Tja nun ... eigentlich hatte ich vom heutigen Ostersonntag schreiben und den Tag dann genauso gemütlich ausklingen lassen wollen, wie er war ... . Aber erstens kommt sowieso immer alles anders, und zweitens als man denkt.

Nun muss ich zusehen, dass ich das, was gerade in mir passiert, so schnell wie möglich in Worte fasse.
Gar nicht so einfach ... mit Überschallgeschwindigkeit durch meinen Kopf die richtigen - befreienden - Worte zu finden. Zum Überlegen bleibt nicht wirklich Zeit, so schnell, wie alle Gedanken durch meinen Kopf wirbeln. Aber je länger ich nicht schaffe, meine Gedanken aufzuschreiben, desto mehr wächst der Druck in mir.

Hannes Beelzebebi-Vater spukt mir im Kopf herum. Meine Freunde in Mexico. Dort, wo es Erdbeben gab. Mein Ex-Freund in Nepal. Dort, wo vorgestern eine Schneelawine viele Menschen unter sich begrub. Bisher noch kein Lebenszeichen von ihm. Und wieder zurück zu Hannes. Ich habe noch nie. noch nie. nie. niemals in meinem Leben einen Menschen so sehr geliebt, wie ich ihn geliebt habe, und vermutlich auch immer lieben werde. Mit aller Aufrichtigkeit, mit der man einen Menschen lieben kann. Noch nicht mal Fred habe ich so sehr geliebt wie Hannes. Auch wenn ich an dieser Liebe fast krepiert wäre.

Als ich mich für meine kleine Tochter entschieden habe, ging es für mich um Leben oder Tod. Man gab mir im übertragenen Sinn eine scharfe Waffe in die Hand, und ich musste schießen. Ich musste. Man zwang mich. Wen sollte ich richten?! Hätte ich sie abtreiben lassen - müssen, wie Hannes das verlangt hat, wäre das definitiv mein Tod gewesen. So, wie es da steht. Allein der Gedanke, dass mir in meiner 'Entscheidungsfindung' so viele nahestehende Menschen schlicht davon abrieten "von so einem Menschen ein Kind zu bekommen". Auch jetzt bekomme ich gerade von Frida so oft zu hören "du hast es so gewollt". Rückendeckung - keine. Bitte, ich hätte diese Entscheidung gerne abgegeben. Letztlich entschied ich mich aus freien Stücken. Für mein - Bauchgefühl. Für mich selbst. Für Fridolin. Für meine Tochter. Weil ich weiß, dass es richtig ist. Weil ich weiß, dass dies die Entscheidung ist, zu der ich auch in 10, in 20 und in 50 Jahren noch stehen kann, ohne mit der Wimper zu zucken. Die Zeit bis dahin, in 50 Jahren, werde ich meine Tochter lieben, wie eine Mutter ihre Tochter nur lieben kann, und sie wird ein glücklicher Mensch mit einem tollen großen Bruder - dem tollsten kleinen großen Bruder, den eine Schwester sich auf dieser Erde nur vorstellen kann. Mit der Liebe von einem Fridolin und mir hat man erst mal alles, was man brauchen kann, um ein 'ganzer' Mensch zu werden. Alles andere um uns herum ... Ich konzentriere mich auf uns - auf mich und die mir anvertrauten Minderjährigen, positiver Input von außen ist jederzeit willkommen, wenn er tatsächlich verlässlich und stabil ist.

Eigentlich hatte ich von meiner Liebe (?) zu Hannes schreiben wollen ... ja, die Wunden sind noch nicht im Ansatz verheilt. Offen. Und ich habe massive Angst vor weiteren Verletzungen. Die letzte Zeit denke ich relativ häufig (?) an ihn. Macht mich so traurig. Fridolin meinte heute "in unserer Familie gibt es nicht viele Väter". Mann, das Kind ist grade mal 7 geworden!! Was wird sein mit Hannes, wenn Beelzebebi auf der Welt ist?! Wird er sich jemals melden? Geht der Terror weiter? Was geschieht mit mir? Wird Beelzebebi ihm ähnlich sehen? Können meine Wunden jemals heilen?

Das alles und noch viel mehr ist jetzt grade mal vier Monate her. In der Zwischenzeit ist so wahnsinnig viel passiert, dass man fast den Eindruck bekommt, eine Ewigkeit sei vergangen. Aber vier Monate um so etwas zu verarbeiten, sind nicht viel.

... darling, please don't cry,
tonight we meet
at the dark end of the street

Osternesterverstecker

So "schön" und für mich "befriedigend" wie früher kann ich gar nicht mehr schreiben. Aber ich kann immernoch 'reflektieren'.

Gestern Nachmittag haben Beelzesohn und ich die Osternestchen für die Nachbarkinder gebastelt, und ich habe sie befüllt. Dann ging das Warten los ... wann gingen bei den Nachbarn die Läden runter? Fridolin war kurz mal ein bisschen wehmütig von wegen "schade, dass ich nicht mehr an den Osterhasen glaube". Aber dann kam auch schon ganz schnell die positive Seite: "Jetzt gehöre ich zu den Osternesterversteckern!" Ach Hasi .... <333
Also standen wir am Fenster und beobachteten die Nachbarn ... wie so ... nun ja. Irgendwann gingen die Nachbarkinder tatsächlich ins Bett - unsere Gelegenheit! Mit einem Korb voll Osternestern und einer Schneeschaufel 'bewaffnet' schlichen wir von Haus zu Haus und versteckten die Nestchen unter Büschen, hinter Fahrrädern, auf einem Baum .... . Fridolin hatte einen Heidenspaß, wenn wir es schafften, so zu laufen, dass uns keiner bemerkte.

Danach noch schnell Kuchen für Ostern backen. Der erste war mal gar nix - faule Eier stinken faul. Aus irgendeinem Grund hatte ich zuvor extra ein Stück Butter mehr gekauft als benötigt. Siehste mal.

Heute Morgen ließen wir es dann langsam angehen ... . Als wir grade aufgestanden waren, schauten, wie die Nachbarkinder grade in den Garten gingen, um ihre Nestchen zu suchen, und wie verwundert sie wohl waren, als sie mehr fanden als erwartet .... . Am meisten freute mich aber Fridolin's Freude, den anderen Kindern eine Freude gemacht zu haben ... so unglaublich. Danach gab es erst mal ein schönes Osterfrühstück, bevor wir nach draußen gingen, und Fridolin mein Nest suchte. Von mir gab's ein relativ großes Nest mit einer neuen Wasserspritzpistole, von meiner Tante gab's ein Buch, das wir versehentlich schon zu Fridolin's Geburtstag aufgemacht hatten, also ein Nestchen weniger. Dazu bekam er von Frida das neue Fahrrad ja schon zum Geburtstag, also noch was weniger. Von Fred Beelzemann oder von seinen anderen Großeltern gab's bisher noch nicht mal ein Geburtstagsgeschenk - das ist jetzt auch schon fast drei Wochen her -, geschweige denn etwas zu Ostern. Fridolin war deswegen sehr enttäuscht. Das erzählte ich Fred heute, der meinte bloß, er hätte keine Lust mehr, denen was zu sagen. Aber sein Kind enttäuschen lassen, ja?! Ich kotze. Naja, ich konnte das gut abfangen. Tut mir halt so leid für Fridolin. "Die anderen Kinder haben so viele Nester bekommen". Aber dafür entdeckte er in der Hecke bei uns auch eines mit Absender unbekannt .......... :)

Der restliche Tag auch schön ... Fred tauchte am späten Vormittag auf, wir räumten weiter Wohnzimmer aus, ich lernte mit Fridolin weiter, wir spielten was, abends grillen, mit Fridolin Tom & Jerry gucken und Seeräuber-Moses lesen ... .

Eigentlich wollte ich diesen Eintrag ein bisschen anders schreiben als einen bloßen Bericht, aber .... .

Time Warp

Alles in Allem ein sehr anstrengender Tag, ich bin erschöpft.
Schade, dass so viel Energie dafür drauf gehen muss, sich den nötigen Respekt zu verschaffen,
anstatt die Energie dafür aufzuwenden, zu leben.

Zu Abend gab's Steinpilz-Tortelloni mit Trüffel, einfach nur ein bisschen Butter drüber und Parmesan. Kind liebt es dezent dekadent.

Vorhin habe ich mit Fridolin Beelzesohn zusammen seine alten Bebi-Sachen aus dem Keller geholt. Ist ja alles fein säuberlich sortiert. Und dann in den Schrank eingeräumt.