Dienstag, 29. September 2015

Weit, weit weg ...

Alle Kinder schlafen, der Bub hat noch bis 12.15 Uhr Schule ... .

Keine Ahnung, wo mein Selbstwertgefühl wieder rumfliegt, hier ist es zur Zeit jedenfalls nicht. Weit weg von mir. Viele neue Kinder in der Arbeit, bei allen funktioniert es gut mit der Eingewöhnung, bei einem Mädchen nicht. Allerdings: wie soll es funktionieren, wenn das einzugewöhnende Kind die Einrichtung nicht kontinuierlich besucht?! Eingewöhnung setzt Regelmäßigkeit voraus, wen will ich denn sonst eingewöhnen, wenn sie nicht da ist?!

Nachher kommt meine Mutter, um die Bebiline zu hüten, wenn ich zur Pediküre (!) gehe und schnell einkaufen für den Rest der Woche. Das Verhältnis zu ihr ist aktuell .. sagen wir: Eiszeit. Keine Ahnung, was war, aufrichtig. Meine Tante fragte mich letzte Woche noch, wie es derzeit mit ihr liefe, da antworte ich aus tiefster Überzeugung 'prima'. Tja, so kann man sich täuschen.

Und mit dem Mann ... alles supermegaprima ... mit dem Hang mich zu überfordern. Warm anziehen, Beelze, warm anziehen!
Gestern Abend (MESZ) rief er an, er habe einen Kindersitz für die Bebiline organisiert. Und schriebe eine Liste, was er alles vorab besorgen kann an frischem Obst und Gemüse für Bebi, damit wir keine Zeit verlieren, und ob er schon mal Dinge besorgen könne, die ich für mich und den Bub wieder mit nach Hause nehmen wolle.

Es überfordert mich, weil einerseits Liebe mit allem Drum und Dran und so erfüllend und gut wie schon lange nicht mehr, 
andererseits ist er nicht da - Fernbeziehung eben, 
wiederum andererseits ist er näher 'da', als so mancher Mensch in meinem direkten Umfeld.
Dann wieder diese riesige Vorfreude auf schon ganz bald,
Und zeitgleich schon jetzt die Angst vor dem bevorstehenden Abschied ... .
Vor dem, was sein wird, wenn wir nach wenigen intensiven Tagen voneinander Abschied nehmen müssen, und dann dieses 'zusammen, und doch alleine' weitergeht. Zum Glück habe ich noch den Bub.
Wir werden Pläne machen. <333
Wir werden weinen beim Abschied. 
Beide.
Tränen für mich.
Die mich glücklich machen.
Das tut so unwahrscheinlich gut. <333
Alleine so schon.

Noch mehr, nach allem, was mit Hannes war und nicht war.

Ich bin jetzt schon aufgeregt vor der Reise.
Touchdown DEN in 9 Tagen, 11 Stunden und 20 Minuten plus keine Ahnung wie lange für die migration.
Danach wird die Welt für einen langen Augenblick still stehen ........................................................ .

Mittagspause fast vorbei, tat gut, mir das von der Seele geschrieben zu haben.

Sonntag, 27. September 2015

Sonntags-Playlist

Sonntag Vormittag ... 
die Babyline kurvt noch in ihrem Lammwoll-Schlafanzug auf ihrem Bagger durchs Wohnzimmer,
Sonne scheint durch die dreckigen Fenster ins Zimmer,
auf dem Sofa sitzen,
Sodbrennen (kommt das von den Schmerztabletten?),
sündhaft teure Gesichtspflege bestellt bei L'Occitane (aber nützt ja nix, wenn's doch hilft),
Laptop auf dem Schoß und

The Rose - Bette Midler
Je ne regrette rien - Edith Piaf
Libre - Soledad & Alejandro Lerner
Words - F. R. David
The Lion Sleeps Tonight - The Tokens
Jake Mate - Cartel de Santa
Walkin' In The Sunshine - Roger Miller
usw

Für unsere Reise fehlt noch Spielzeug für die Bebiline - Bord-Entertainment. Immerhin haben wir einen 10-Stunden-Langstrecken-Flug vor uns. Verrückt, I know. Can't help it, though. So richtig fehlt mir aber noch der Input, was.

Neulich am Telefon fragte meine Tante noch so, wie es denn aktuell mit meiner Mutter laufe, ich antwortete 'gut'. Nun ja, so kann man sich täuschen. Sub-optimal ist noch beschönigt ausgedrückt. Ich, die Böse, mal wieder. Sowieso klar. Schade, ich war an einem Punkt, an dem ich ihr gerne mal erzählt hätte, wie es mir so geht. So kann man sich täuschen.

Zu Ende

Manchmal ... tut es gut,
Sich bewusst zu werden, 
wo man herkommt,
was geschehen ist,
wo man steht.

Weil's mich stark gemacht hat.

Und wieder 
und wieder 
und wieder 
hören
bis zum Schluss.


Selbst wenn das mit ... der Mann hat noch immer keinen Namen! ... 
aus irgendwelchen Gründen,
die hoffentlich niemals eintreten werden,
scheitern sollte, 
wie schon so viel in meinem Leben, 
ist es jetzt gut so, wie es ist,
wird es immer gut gewesen sein,
und bin ich gerade an einem guten Punkt.

Jack

Diese Wochenenden, an denen ich Zeit hätte, um viel mit dem Mann zu sein ... und er arbeiten muss - dislike! Ja doch, ich kann mich gut selbst beschäftigen, aber.

Theorie:
- Donnerstag Nachmittag putzen
- Donnerstag Abend Leitungstreffen
- Freitag morgen mit der Bebiline und zur Kosmetikerin
- nachmittags Eingewöhnung mit der neuen Babysitterin, und
- ich frei - Wocheneinkauf und mein Zimmer, Kino
- Fridolin zu Fred
- Samstag Nachmittag Fridolin zurück und schönes Wochenende mit den Kindern

Praxis:
- Donnerstag Nachmittag putzen
- Donnerstag Abend Leitungstreffen (gut, dass ich dort war, machte Spaß!)
- Freitag früh war Gesichtspflege bei der Kosmetikerin - himmlisch! Und die Bebiline so brav. <3
- Babysitterin war da, Bebi kam auch gut mit ihr klar, aber war dabei, krank zu werden, deshalb mussten wir das abbrechen nach nur eineinhalb Stunden. Fazit: kein 'frei' für mich, kein Wocheneinkauf in Ruhe, während das Baby in guten Händen ... .
- Armes krankes Bebi mit Schreianfall
- Samstag blieb Fridolin bei Fred bis heute irgendwann, weil: Bebi krank, Beelzefrau krank
- morgens: immerhin eine kleine Runde zum Bioladen geschleppt, und ein paar Kleinigkeiten besorgt, den abgespeckten Wocheneinkauf erledigte Fred (!) für uns
- ansonsten: Bett
- Abends: Liebe mit Käse
- Und ein Kinofilm auf dem PC im Bett. Jack. Tränen. Ich kenne viele solcher Kinder, bedingt durch meine Arbeit als Heimerzieherin. Meine Pflegetochter war auch so ein Kind.

Heute:
Mit sakrischen Schmerzen aufgewacht ... Magenkrämpfe, Kopfschmerzen, Nierenschmerzen, der Ellenbogen (ausstrahlend in den Arm) sowieso ... . Aber wach in der Birne, und mit Kraft! Schnell eine Stunde lang unten im Erdgeschoss klar Schiff gemacht, dann war's gut. Und tat unwahrscheinlich gut, klar im Kopf zu sein, und abgesehen von dem bisschen Schmerzen bei Kräften. Dafür habe ich jetzt den Rest des Tages frei, um meinem Körper die Ruhe zu geben, die er braucht, ohne dass da noch dieses "du musst noch aufräumen"-Gefühl wie ein Damokles-Schwert über mir schwebt.
Keine Ahnung, wohin das noch führen soll ... keinen Plan, ob die Schmerztabletten überhaupt noch wirken, oder wenn ich sie weglasse und aushalte, ob der Körper dann nicht ein Schmerzgedächtnis aufbaut.
Andererseits - und ja, das ist mein kompletter Ernst: bin ich unwahrscheinlich dankbar dafür, nach über 30 Jahren endlich mal Schmerzen zu spüren. Lange genug war ich nicht dazu in der Lage, Schmerzen zu empfinden, selbst mit hohem Fieber und Nierenbeckenentzündung arbeitete ich, weil ich die Schmerzen einfach nicht wahrnehmen, und somit auch nicht rechtzeitig aufhören und für mich sorgen konnte. Teilweise ist das anerzogen: in meiner Familie ist King, wer den größten Burnout hat, und trotzdem weiter ranklotzt. Bescheuert. Dauerte, bis ich das durchschaute und den Mut hatte, nicht mehr mitzumachen. Nun bin ich halt die Memme, aber da stehe ich drüber. Schwarzes Schaf und Depp vom Dienst bin ich sowieso, von daher ... .


Ach ja, und das hier
war Donnerstag Nacht nach dem Leitungstreffen, glaube ich. Tat gut, so verdammt gut. Te amo un chingo, mocoso! <33

Sonntag, 20. September 2015

Emocionadas de Queso

Es gibt ja so Menschen, von denen ich lernen kann.
Viele sogar.
Eigentlich von allen. Egal was, irgendwas kann man von jedem lernen, und wenn es ist, seine Chancen besser zu nutzen als der- oder diejenige.
Aber es gibt auch Menschen in meinem Leben, die mir als positives Beispiel voran gehen.
Meine Friseurin zum Beispiel.
Ach, an dem Thema muss ich irgendwann anders weiter schreiben. Wenig strukturiert zwar, aber ... . Jetzt ist etwas Anderes in den Vordergrund gerückt.
Das Thema "Loslassen" lässt mich nicht mehr los. 
Auf einmal fällt es so merkwürdig leicht, alles loszulassen, was nicht niet- und nagelfest ist.
Zu leicht?!
Radikalschnitt?
An irgendwas überhaupt noch festhalten?
An was?
Oder einfach alles loslassen?!
Zu viel loslassen?
Und der Bub?!
Dieses Loslassen soll viel schneller gehen.
Jetzt.
Bitte.

Zack - und weg.
Losgelassen.
Lieber heute als morgen.

Oder soll das so sein: einmal ordentlich mit der Fräse drüber. Was weg ist, ist weg, und was dran bleibt, hat seinen berechtigten Platz da. Autsch.

Irgendwann vor fielen Monaten schrieb ich - auch in diesem Blog - mal von einem Alptraum, den ich als Kind hatte. Ich musste immer mit einer komischen Familie auf einen Berg steigen (damals habe ich mir Berge im Traum tatsächlich als Spitzen vorgestellt, von denen man herunterfallen kann). Der Berg bestand aus Steinen. Große dunkelgraue bis schwarze Steine, moosbedeckt. Ganz oben angekommen auf der Plattform gab es nicht genügend Platz für alle. Einer musste gehen. Zurück ging nicht, die moosbedeckten Steine waren rutschig. Es war an mir zu springen. So weit der Alptraum.

Dann sprang ich hinein ins Nichts.
Ich breitete die Arme aus.
Und
Flog.

So fühle ich mich jetzt: noch nicht ganz bereit zu fliegen, aber absprungbereit.
Auf dem Weg in die Freiheit.