Montag, 22. September 2014

Back to the roots

Der Beelzebub hat sich gestern beschwert, dass ich so wenig Zeit habe.
Keine Ahnung, mit was genau das zusammenhängt.
Aber er hat RECHT.
Traurig, aber wahr.
Ich muss etwas an meinen Abläufen ändern.
Beelzebebi ist nicht der Grund für die wenige Zeit.
Der Druck, den ich habe.
Die vielen zu erledigenden Dinge.

Im Urlaub hatte ich - obwohl wir im Ferienhaus zwei überdimensional große Flatscreens hatten - darauf bestanden, dass die Glotze aus bleibt. Eine komplette Woche kein Fernsehen - fiel nicht wirklich schwer. Wenn ich gut bei mir bin - back to the roots - brauche ich keine Glotze. Und es war gut. Ein Zeitfresser weniger. Mehr Zeit für zusammen.

Am Freitag habe ich eventuell ein klein wenig Besserung aufgetan; eine Nachbarin hat eine Putzfrau. Mal sehen, ob die noch Kapazitäten hat. Gibt mir auch mehr Zeit.

Fazit:
- Abläufe ändern
- Zeitfresser eliminieren
- ehrlich zu mir selbst sein
- zusammenreißen

Bei mir selbst bleiben, bedeutet Zeit zu gewinnen.

Danke, Beelzebub, dass du dich so prima kommunizieren kannst!
Danke, dass du deine Bedürfnisse so exakt benennen kannst. Netto, ohne irgendwelches Trara außenrum!

Weltall

Viele Gedanken auf einen Schlag.
Glück über meine Kinder.
Sorge, den Beelzebuben zu überfordern.
Bedürfnis, ihn vor Überforderung zu beschützen.

So viele Pläne in meinem Kopf.
Lust, eine neue Handtasche zu kaufen - für knapp 200€?!
Lust, die Beete ums Haus mit schönen Stauden zu bepflanzen, und den Garten schön herzurichten.

Wie sieht's nun mit Blase und Nieren aus?

Druck, das Haus bis Januar endgültig hergerichtet zu haben.

Viele Termine.
Die Zeit rast.

Dienstag, 16. September 2014

Neubeginn

Heute vor einem Jahr nahm das Unheil seinen Lauf. Fridolin hatte seinen ersten Schultag.
Und es war von Anfang an scheiße. Da hilft kein Augen-Zuhalten und Wenn-ich-nichts-sehe-bin-ich-nicht-da. Da gibt es nichts schönzureden. Drei Minuten in dieser Schulklasse, und mir war klar, dass Fridolin dort niemals ankommen würde, und ich sollte recht behalten. Der Kampf, die für ihn beste Lösung zu finden, war lang und zäh. Aber am Ende habe ich mich durchgesetzt, einen Kampf gekämpft, den ich nach Meinung so vieler nicht hätte kämpfen sollen, weil die Chancen ja schlecht waren zu gewinnen. Chancen sind dazu da, genutzt zu werden. Wer nicht kämpft, kann nur verlieren .Ich habe den Kampf aufgenommen. Fridolin kam heute an seinem ersten Schultag als Zweitklässler fröhlich nach Hause gesprungen. Ich habe gewonnen.

Triggerfinger

Den Finger am Abzug - und ZACK!
Unvorbereitet und ohne Vorwarnung.
Mitten in die Fresse rein.
Die Anfänge mit Beelzebebi's Erzeuger.
Liebesbriefe - aber was für welche.

Neun Monate danach.
Ich bin noch immer überzeugt, dass er nicht er selbst war, als er getan hat, was er getan hat.
Wenn ich lese, was er geschrieben hat, weiß ich, dass ich recht habe.
Und immer Recht haben werde.
Trotzdem ist das, was er getan hat, durch nichts zu entschuldigen.
Und die Konsequenz, die ich aus seinem Handeln gezogen habe,
die Konsequenz, die ich ziehen musste,
die einzig richtige.
Die ich in keinster Weise bereue.
Ich habe gewonnen.
Die wundervollste kleine Tochter der Welt.

Und doch ... tut es weh.
Verdammt weh.
Alles.
Was geschehen ist.
Bisweilen zerfleischt mich der Schmerz.
Weil ich weiß, dass du nicht du selbst warst, als du das getan hast.
Weil ich weiß, wie du wirklich bist.
Weil ich weiß, dass du nie wieder so sein wirst, wie in jenem Moment, als du mir das angetan hast.
Weil ich dich kennengelernt habe, in einem Moment, in dem kein Mensch sich verstellen kann.

Und doch ... du hast mich aus deinem Leben gestrichen.
Ich werde mein Leben lang an dich erinnert werden.
Daran, dass ich noch nie so glücklich war wie in der Zeit mit dir.
Ich werde dich niemals aus meinem Leben streichen können.
Du bist kein böser Mensch, aber was du getan hast, war falsch.
Ein Fehler, den du irgendwann bereuen wirst. Mehr als ich.
Ich habe, egal was passiert, mein kleines süßes Baby gewonnen.

Schläge ins Gesicht wie diesen heute wird es wohl immer wieder geben.
Ich werde lernen, damit umzugehen.
Und Beelzebebi wird ein glücklicher Mensch.
Auch ohne dich.

Montag, 15. September 2014

Hirnsturm

Was will ich hier hin schreiben? Wo fange ich an?
Ich weiß es nicht.
Die ganze Zeit wünsche ich mir, mein Hirn würde mal Denkpause machen,
oder aber Zeit für mich, um das Gedachte zu überdenken.
Nun liege ich hier, Beelzebub und Beelzebebi schlafen, und ich hätte Zeit, hier alles aufzuschreiben,
nun fehlen mir die adäquaten Worte. Ach Hirn ... .

Heute waren wir auf einem großen Bauernhoffest nicht allzuweit von hier. Dort gibt es Gemüse-/Obst- und Sonstwas-Kisten im Abo, die man dann wöchentlich nach Hause geliefert bekommt. Das habe ich mir schon lange mal angeguckt, und heute endlich gemacht! Wird die Sache mit dem Einkaufen wohl auch ein bisschen entzerren. Fridolin fuhr mit dem Traktor-Schlepper aufs Gemüse-Feld. Dort durfte er sich drei riesige Karotten selbst ziehen. Außerdem gab es eine Strohhüpfburg, viele leckere Essenssachen, und einkaufen konnte man auch. Wir haben uns eine große verrostete Hexe, und je eine kleine Fledermaus und ein kleines Eichhörnchen ausgesucht. Fridolin hat sich außerdem noch ein Seil selbst gedreht, und bei einer Märchenerzählerin zugehört. Und schließlich gab's noch eine Traktor-Parade. Alles in Allem ein wunderschöner Tag.

Die letzten Tage habe ich außerdem wieder eine große Bettdecke bestellt für Fridolin, Bebi und mich. So eine hatte ich schon mal gekauft als Geschenk für Fred. Nie gemeinsam genutzt. Er war sehr stolz darauf, sich öffentlich vor anderen Menschen über mein Bedürfnis nach Nähe lustig zu machen. Habe sie dann nach langer Alleinnutzung weggeschmissen, als sie beim Auslüften vom Regen nass wurde, und zu stinken begann. Dann habe ich noch einen kleinen Schmuck für unsere Eingangstür bestellt, und ... das, worauf ich mich am meisten freue, eine neue Babytrage, wie ich sie vor ein paar Tagen bei einer Freundin gesehen habe.
Dann kann ich Beelzebebi ganz nah bei mir haben. Wir brauchen das beide. Dass sie schon während der Schwangerschaft ein Stressbebi war, ist ja nun hinlänglich bewiesen. Wird uns beiden gut tun, uns so nahe zu haben. Sie ist auch ganz anders als Fridolin. Er hat sich beim Stillen immer sattgetrunken, dann war ich abgemeldet, bis er wieder Hunger hatte. Von Anfang an ein kleiner Autonomer. Bebi hingegen braucht das Stillen manchmal weniger für den Hunger - sie bekommt ja auch Fläschchen mit Pre-Nahrung - als für die Nähe zu mir. Etwas, das nur ich ihr geben kann.

Heute Abend haben wir dann noch mein Fahrrad endlich wieder auf Vordermann gebracht, und den Babysitz in den Anhänger gebaut. Wow, sieht gut aus! Ich bin dringend darauf angewiesen, dass das mit dem Anhänger funktioniert, weil ich ja kein Auto habe, und zu Fuß alles erledigen aufgrund der Entfernungen hier, wenn ich bald wieder arbeite, keine Option ist. Fridolin hatte ich auch im Anhänger, aber erst, als er schon sitzen konnte. Für Beelzebebi haben wir das nun richtig schön gebaut mit Babysitz und Fußsack außenrum.

Fridolin hat ab übermorgen ja dann auch wieder Schule. Morgen fahren wir hin - deshalb heute die Aktion mit dem Fahrrad und Anhänger-, und werden mal sehen, wer seine neue Klasslehrerin wird. Ich bin ja mal gespannt, was das gibt!

Frida haben wir am Freitag nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub angerufen. Prompt hat sie wieder versucht, mir ein schlechtes Gewissen zu machen. Den vorwurfsvollen Unterton in ihrer Stimme habe ich wegignoriert. Sie war beleidigt, weil ... eine Woche, nachdem Beelzebebi auf die Welt kam, fuhr sie in den Urlaub für zwei Wochen. Nun waren wir bis letzten Donnerstag auch eine Woche auf Rügen. Und sie beleidigt, weil sie Beelzebebi ja auch gerne gesehen hätte. Ja hätte hätte ... ja hallo ... muss ich zu Hause bleiben und Däumchen drehend auf sie warten?! Nö!