Samstag, 5. Dezember 2015

Christmas with the Kranks

Bebi schläft, und ich habe nun ein Semmelknödeltrauma. *burp*
Ich habe heute morgen um 4.48 Uhr angefangen zu arbeiten - so langsam wäre mal Pause angesagt. Zeit für einen amerikanischen Weihnachtsfilm, "Christmas with the Kranks".

Vermutlich ist mit dem Mann und mir alles ok. Ist doch alles ok, wenn ... ach ... nix für hier.

Wieder einen Punkt auf der To-Do-Liste abgehakt. Und immernoch bleibt so dermaßen viel, dass es mich beinahe erschlägt. Dreck im ganzen Haus. Zu viel Zeug. Einstürzende Neubauten um mich herum. Die Arbeit erschlägt mich aktuell. Keine Ahnung, wie ich alles schaffen soll, damit ich mich irgendwann mal wohlfühle.

Sie ist wieder da. War lange weg. Die Angst. Die Angst ist es, die mich erschlägt. Die Angst, den Menschen zu verlieren, der mir so wichtig geworden ist über die letzten Monaten. Die Angst in mir wächst zu Panik. Das Gefühl hatte ich lange nicht. Ewig nicht. So nah dran, in alte Muster zu verfallen, selbstzerstörende, war ich schon lange nicht mehr. Ich bin stark genug und werde es wohl auch bleiben, ohne Mist zu bauen. Aber. Es kostet. Einen Großteil meiner Kraft.

Con razón

Uns es graute mir zu recht. Das Telefonat war scheiße, sehr scheiße. Ich müsste heulen, Rotz und Wasser, um diesen gewaltigen Druck auszugleichen in mir. Aber ich kann nicht. Gleich kommt Fred, weil er irgendetwas abholt.

Zum Glück ist Fred gleich wieder weg.

Bebi ließ ich die Einkäufe ausräumen, dann war sie zumindest eine kurze Weile beschäftigt. Ich lasse die Taschen nun im Hausflur stehen, dann bringt sie mir Stück für Stück in die Küche, und stellt alles - mit gaanz lang strecken und auf die Zehenspitzen stellen - auf die Arbeitsplatte. So süß. Und sie ist richtig schnell dabei, weil sie in ihrer roten Latzhose (die mit der Tasche vorne auf dem Latz) hin und her flitzt - und so tatsächlich hilft. Dann klettert sie wenigstens einen Augenblick mal nicht aufs Sofa, und hupft drauf rum und macht wenigstens kurz mal keinen Köpfer mit Salto nach unten ... .

Tja nun ... Frida ... einerseits möchte sie mich in ihrer Nähe haben, und lädt mich seit langer Zeit zu sich nach Hause ein. Ja, es wäre wohl das Normalste der Welt, wenn eine Tochter ihre Mutter besucht. Aber nicht bei dem gewaltigen Druck, den sie aufbaut. 
Interessanterweise habe ich letzte Woche mit einem Menschen gesprochen, der mich von ganz früher kennt, und auch meine Mutter - und meinte, ich hätte keine leichte Kindheit gehabt. So hat mir das noch nie jemand gesagt. Das hat noch nie nie nie jemand anerkannt. Immer bloß Beschwichtigungen von wegen "aber sie hat sich doch immer solche Mühe gegeben", "aber du hattest doch alles, was du brauchst" - vielleicht waren das aber nicht die richtigen Dinge. Vielleicht braucht ein kleines Kind , das sehr früh auf tragische Weise den Vater - Hauptbezugsperson Nr 1 - verloren hat, weniger von allen Dingen und nur das Beste, sondern einfach emotionale Nähe. Ganz profan. Ganz rational: nett gemeint ist trotzdem ... nicht zwangsläufig richtig.

Ich kann nicht 'einfach so' zu ihr fahren, auch nicht der Kinder wegen. Meinen Kindern ist nicht damit geholfen, wenn es mir tagelang vor einem Besuch schlecht geht vor Aufregung, ebenso wie danach.

Heute knallte es gewaltig am Telefon, weil ich ihr sagte, dass ich mich zum Einen unwohl fühle dort, und zum Anderen ich auch keinen Bock habe, auf immer und ewig die gleiche Leier, wie böse ich bin, was ich alles falsch mache, was für ein scheiß Mensch ich bin ... einerseits stumpfe ich mit der Zeit ab, andererseits treffen mich ihre Worte nach wie vor. Sehr. Manchmal kann ich besser damit umgehen - mich davon abgrenzen, zur Zeit eher weniger. Zur Zeit sehr schlecht. Früher phasenweise so schlecht, dass ich damit begonnen habe, mich zu überessen. Ja, Binge Eating Disorder. Nicht in der klassischen Form, aber dennoch mit großer Gewichtszunahme. Die Essstörung ist weg - seit 2011, Übergewicht da. Und ich fühle mich nicht wohl damit, ich hasse es.

Und nein, die Umstände meiner ungeplanten Schwangerschaft sind nicht ursächlich für unser schlechtes, für unser miserables Verhältnis, damit machst du es dir zu einfach, Frida. Die Ursache liegt tiefer, und weit, sehr weit zurück. Ändern ließe sich nur etwas, wenn du dir einmal helfen lassen würdest, und einen Anreiz zur Veränderung. Bis dies geschieht, kann nur ich mich verändern .... . Unabhängig von dir.

Ja doch, ich würde schon gerne dort hingehen, mit meinen Kindern. Wenn ich die Sicherheit hätte, nicht wieder und wieder und wieder verletzt zu werden. Sie ist meine Mutter, ich bin dort aufgewachsen. Der Preis - das Risiko, weiter nachhaltig verletzt zu werden - ist zu hoch, als dass ich es derzeit riskieren könnte. Eine Lösung der Gesamtsituation ist derzeit nicht in Sicht. Ich kann nur für mich lösen, nicht für sie. Das ist gleichzeitig meine Lösung, und meine Veränderung, wie ich mich abzugrenzen versuche, mich distanziere, so leid es mir tut.
In den letzten Jahren habe ich erfahren dürfen, nicht der Arschlochmensch zu sein, der sie mich glauben macht und machte, zu sein. Daran muss ich weiter arbeiten. Ich schlage die Tür zu ihr nicht zu, aber ich kann sie nicht wieder so nahe an mich ranlassen, dass ich verletzt werde. Verletzungen gingen in der Vergangenheit mit tagelanger Traurigkeit und Durch-den-Wind-Sein einher. Ich kann auch nicht der heilende Mensch/Arzt sein, den sie eventuell braucht. Sie ist ein Igel, der schreit 'nimm mich in den Arm'. Ich habe Sorge zu tragen für zwei Kinder, von denen eines keinen Vater hat. Wenn es mir schlecht geht, leiden meine Kinder. Unmittelbar. Das kann, will und werde ich nicht zulassen. Niemals.

Aktuell geht es mir nicht durchweg gut, das hat wohl auch Einfluss auch meine Beziehung zu Pachu. Ich falle in alte Verhaltensmuster. Dies ist für mich der Punkt, an welchem ich handeln muss, Ursachen suchen (naja, suchen muss ich immerhin nicht groß, liegt ja alles auf der Hand), Lösungen finden. Und umsetzen.

So, Semmelknödel kochen und Champignon-Rahmsauce dazu für Bebi und mich.

Nicht totzukriegen

So, nun bin ich seit 4.48 Uhr wach, habe inzwischen den Trödel-Bub fertig gekriegt - orrrr. Kostüme fürs Krippenspiel zusammensuchen, Uhr suchen, Geburtstagsgeschenke einpacken, Getränk einpacken, Brote geschmiert für zwischendrin, damit er eine halbwegs ordentliche Grundlage hat für Pizza und Pommes der ekligen Art bei den Kindergeburtstagen - Indoorspielplatz und Bowlingbahn, er hat kindergeburtstagstaugliche Klamotten an, und alles beisammen ... wünsche dir einen schönen Tag, und bis heute Abend, Bub! Hab dich lieb! Eigentlich darf ich mich nicht beschweren, wenn er ab und an mal ein bisschen trödelig ist. Mal abgesehen davon macht er das vermutlich als Ventil, wenn außenrum sowieso alles schnell, schnell und mit manchmal wenig Zeit für irgendwas, und vielleicht ist das auch dieses Pubertät. Ich kann mich drauf verlassen, dass er brav ist, wo auch immer er hingeht, und sich benimmt. Ansonsten ist er ja ein lieber Kerl, den man gern haben muss.

Wir haben ordentlich gefrühstückt - naja, die Kinder. Inzwischen habe ich das mit Low Carb ganz gut drauf. Genützt hat's aber noch nicht wirklich was, das liegt allerdings an den vielen vielen Sünden (?!) zwischendrin. Finde den Fehler.

Ja doch, das ist bis jetzt schon einiges geschafft. Und so viel, was noch wartet ... .

Nachher telefonieren mit Frida ... . Es graut mir ein wenig davor.

Zeig mir den Platz ...

... in der Kurve ...
... da, wenn ich in deinen Armen liege ...
... in nächster Nähe zu deinem Herzen ... 

In letzter Zeit geht mir meine Fernbeziehung gewaltig auf den Pips. Es ist Liebe, keine Frage. Er fehlt mir so sehr, und ist so weit weg. So ... unerreichbar?!

Gestern Abend habe ich zur Vermeidung von irgendetwas (?) - Panik?! - den Bub früh ins Bett geschickt, er durfte noch lesen, und dann um 20 Uhr eine Schlaftablette genommen. Um 20.23 Uhr gingen die Lichter aus, und das war verdammt gut so. 
Heute morgen wachte ich um 4 Uhr irgendwas auf, und fing fast gleich an, zu arbeiten. Gestern hatte überdies die Babysitterin abgesagt, weil krank - ich hätte so viel zu erledigen gehabt, ohne Bebi hinten dran geht das viel schneller, und mir ging's echt nicht gut. Also dann eben heute morgen in aller Frühe, so lange das Haus noch still da liegt.
Ich habe so tief und gut geschlafen, wie seit Langem nicht mehr. Ok, ein bisschen mehr hätte schon drin sein können ... achteinhalb Stunden ist ... ausreichend, immerhin. Der Zweck heiligt die Mittel, die eine Schlaftablette war Gold wert.

So dann, abhaken:
Mails schreiben für die Kommunion
Rechnungen bezahlen
Rechnungen einfordern, um Rechnungen bezahlen zu dürfen, um endlich das Produkt zu erhalten
Fort- und Weiterbildungstage 2016 planen
Essensplanung Wochenende privat und Kinderkrippe für die nächste Woche

Unterm Strich: Arbeit gemischt mit Privatem. Viel Arbeit mit viel Privatem. Sehr viel.
Einerseits gelingt es mir, viele Punkte zu erledigen und zügig voranzukommen, andererseits scheint mir, dass, sobald ich zwei Dinge auf meiner To-Do-Liste erledigt habe, fünf neue drauf stehen. Nimmt das irgendwann mal ein Ende?!

Der Bub ist auch schon einige Zeit wach. Sitzt in seinem Zimmer und mal ein Bild um das Geld, das sein Freund sich zum Geburtstag gewünscht hat. Er hat heute wahrhaft 'Großkampftag': erst Probe fürs Krippenspiel, da hat er eineinhalb Hauptrollen. Letzten Samstag hat er den Text bekommen, einmal drauf geschaut - zack, sitzt! Beneidenswert. Im Auswendiglernen war ich noch nie gut. Deshalb habe ich meine Ausbildung phasenweise mit befriedigenden Noten abgeschlossen ... "sehr gut" an den Stellen, an denen selbst zu denken gefragt war, "befriedigend", wo es ums Auswendig-Runterbeten ging, weil ich mich die ganze Zeit fragte: WARUM?! -- Jedenfalls geht der Bub heute erst zur Probe vom Krippenspiel, da muss er ein wenig früher los, um zum Geburtstag seines bestens Freundes zu gehen (Bowlen), dort bleibt er bis zum Schluss, um danach etwas später zum Geburtstag einer anderen Freundin zu gehen (Indoorspielplatz), da bleibt er bis zum Ende. Tja nun. Ziemlich heavy für einen Bub. Naja, Hausaufgaben hat er ja gestern schon erledigt, dafür ist morgen nur Kirche und Nikolausfeier - armes Kind. >.< Naja, ist doch toll, wenn er so viele Freunde hat, und sozial so prima eingebunden ist. Ich freue mich für ihn, auch wenn er heute Abend dann wohl durch sein wird. - Egal.

Wochenend-Essen:
- Semmelknödel mit Rahmchampignons
- Huevos a la mexicana
- Mexikanischer Auflauf
- auf der Nikolausfeier

Mo:
- Nudeln mit Tomatensauce // Fenchelsalat

Di:
- Apfelküchle mit Vanillesauce // Kichererbsencurry

Mi:
- Toskanagemüse mit Polenta // Lasagne

Do:
- Chili sin carne // French Toast

Nächster Schritt: Daraus muss ich jetzt noch eine Einkaufsliste basteln .......... .

Weiter geht's im Takt, eine Stunde habe ich noch zum Reinarbeiten.


Note to self:
Pastinakencreme
Kürbissuppe
Fischstäbchen mit Karottengemüse

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Alive

We accept the love,
we think we deserve

Darüber muss ich nachdenken.

I can see the moment when you know you're not a sad story.
You're still alive.