Freitag, 27. Februar 2015

Mummpitz

Ein bisschen frustriert, jetzt schon.
Oder vielleicht resigniert.
Überwältigt.
Enttäuscht.
Von mir selbst.
Hatte mir für diese drei freien Tage vorgenommen, Rom neu zu erschaffen*.
Langsam wird mir klar, dass dieses ein Ding der Unmöglichkeit sein wird.
Die Wäsche komplett. Endlich.
Mein Zimmer wieder als ansprechendes Zimmer herrichten, in dem man sich gerne aufhalten mag. Endlich.
Lesen. Endlich.
Laufen gehen. Endlich.
Einkaufen gehen. Endlich.
Abnehmen. Endlich.
Schön kochen. Endlich.
Hahaha.
Bastelsachen einkaufen. Endlich.
Schlafanzüge für Fridolin einkaufen. Endlich.
Keinen Bock, Geld auszugeben.
Verträge machen. Endlich.
Und mich so richtig ausschlafen. Endlich.
Warum nur schaffe ich das nicht?
Früher hätte ich das alles mit links gemacht.

Welcome to Utopia. Frust.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Soziale Ziele

Meine "Sozialen Ziele" im Hinblick auf meine Ziele für 2015 habe ich nun wohl mehr als erfüllt. Mit einer Mutter aus der neuen Klasse vom Bub, die auch ein Baby bekommen hat, habe ich schon des Öfteren nett unterhalten, nun habe ich sie eingeladen. Beelzebebi tut das so gut, mir sowieso!

Mit den Kindern der Freunde/Freundinnen ist Fridolin bis vor zwei Jahren in den Kinderladen gegangen. Seitdem sehen wir uns regelmäßig bei Kindergeburtstagen reihum, und jeweils zwei von uns machen miteinander alle Schaltjahre mal was aus. Letzten Freitag war wieder eine dieser Kindergeburtstage, und es war so toll, nach all der Zeit, die inzwischen vergangen ist, alle sieben Kinder zusammen spielen zu sehen, als wären sie nie getrennt gewesen. Mal ganz abgesehen davon sind diese Leute einfach Herzmenschen. Alle. Eltern wie Kinder. Also habe ich heute die Initiative ergriffen ... und ... nun ... innerhalb nur einer halben Stunde haben alle zugesagt. Alle. In weiteren stolzen fünf Minuten habe ich die Sache klar gemacht. Termin steht, im März gehen wir bowlen. Als ich das Fridolin erzählt habe, machte er einen Luftsprung. Ich habe das gemacht.

Und sonst ... gestern habe ich meine Kinder gepackt - alle! - und wir haben eine Kollegin besucht. Alle Kinder auf einem großen Haufen, und ich mit einer Kollegin - vernetzen, austauschen etc etc.

Heute Vormittag war eine Familie mit ihrem Baby da, das ich betreuen soll, nun muss ich nur noch einen Termin zum Vertrag vorschlagen. Morgen ist Vertragsunterzeichnung mit einer anderen Familie. Damit habe ich nur noch einen einzigen Platz frei. - Wow!

Morgen wird hier für Ostern geschmückt, nachmittags ist Hausputz, damit dieses Wochenende wirklich ein Wochenende werden kann.

Und Bebi ... zahnt. Seit vier Monaten. Aber nun scheint es so langsam wirklich ernst zu werden. Zahnt und entwickelt sich in Schallgeschwindigkeit. Vorwärts krabbeln, rückwärts krabbeln, hochziehen ... . Und fängt an zu plappern. Und lacht und lacht. Heute, als ich sie bei mir zwischen den Beinen hatte, und wir mit Fridolin mit ihrem neuen FCN-Ball spielten. So very sweet. Ich bin ein bisschen verliebt in ... meine Kinder.

Weitermachen, Beelze!

Dienstag, 24. Februar 2015

Poco-Queen

Im Zusammenhang mit irgendeiner Berichterstattung zu dem Anschlag in Kopenhagen vorige Woche hat ein interviewter Kopenhagener gesagt "Blumen kaufen - das ist das Beste, was man tun kann, wenn man traurig ist." Ach ja, im Weltspiegel war's. Kein Zitat irgendeines Philosophen, keine chinesische Weisheit, 'nur' ein wahllos herausgegriffener dänischer Passant. Mich daran erinnernd bin ich vorhin, als Fridolin beim Fussballtraining war, mit Beelzebebi in den Baumarkt gelaufen, und habe uns Frühlingsblumen gekauft - je ein Körbchen Traubenhyazinthen und Hyazinthen für den Schrank, und dreimal die gleichen kleinen Übertöpfe Belli für den Tisch. Ich mag das, viele gleiche Blumen in gleichen Übertöpfen. Schützt mein Hirn vor Reizüberflutung. Zack - besser.

Fred hat mich heute einfach nur aufgeregt. Der Bub darf von Freitag auf Samstag zu einer Übernachtung mit den besten Freunden und Freundinnen. Meine Freundin brachte heute einen Zettel vom Veranstalter vorbei mit einer Liste, was die Kinder alles mitzubringen hätten. Da Fred rumsaß und nichts tat, noch nicht mal Kinder bespaßte, während ich im Dreieck sprang - ob der Vorkommnisse heute eine Mitteilung für die Lehrerin schreiben, Verträge für meine Arbeit morgen vorbereiten, Bub duschen schicken, Lernwörter mit ihm üben, Bebi wickeln, Frühstück für morgen, Pausenbrot morgen für Fridolin und und und - erdreistete ich mich, Fred besagte Mitbringliste fürs Wochenende in die Hand zu drücken, die ja wirklich nicht viel ist. Es ist nix extra zu besorgen, es handelt sich um einen kleinen Rucksack für eine Nacht, also echt nicht zu viel verlangt. Für Fred anscheinend schon. 
Ehrlich, ich brauche kein fünftes(?), großes Kind, und ich habe definitiv keinen Bock darauf, meinen Ex (!) zu bemuttern. Mit Bub, Bebi, und meinen Arbeitskinder reicht mir das komplett. Da brauche ich keinen fast 44 Jährigen auf dem Stand eines präpubertären Jugendlichen. Fred ärgerte das mit Fridolin's Schulranzen heute ebenso wie mich. Dass irgendeine Aktion von uns ausgehen muss, ist einfach nur ... klar. Schon allein, um Fridolin zu signalisieren, dass wir ihn nicht hängen lassen. Da ich nicht sofort Zugang zu der Sache fand, was der Lehrerin zu schreiben wäre, erlaubte ich mir, Fred zu fragen, was er denn schreiben würde. "Ja weiß ich auch nicht." "Gut, dann schreiben wir nichts."

Der Bub kaufte sich heute im Laden einen kleinen Spiralblock, malte vorne drauf "TAGEBUCH", und schreibt da jetzt rein, was ihn so bewegt. TOLL! Dazu bastelte er sich ein Lesezeichen: er nahm drei Schnüre, knotete sie oben an die Spirale, flocht einen Zopf, und schnitt unten ab. Dann erzählte er mir, dass er reingeschrieben hätte, dass das Abendessen - Linsen-Tomaten-Suppe - heute so richtig lecker gewesen sei. Noch ist ihm wichtig, dass er mir seine Gedanken erzählt. Dass Tagebücher ja eigentlich geheim sind, spielt noch keine Rolle für ihn. Ich bin ja mal gespannt, wie lange das noch so bleibt. Hoffentlich noch sehr sehr lange, ich bin so stolz, dass er sich so toll artikulieren kann, diese Gespräche mit ihm würden mir schon fehlen ... kommt wohl irgendwann. Vielleicht ist das aber auch nur eine Phase? Und wenn ... dann werde ich das wohl akzeptieren. Müssen. Dieses mit den Wurzeln und Flügeln. Und vertrauen, dass die Wurzeln, die ich ihm gegeben habe, stark genug sind, dass wir dieses, was wir uns erschaffen haben, über den Ablöseprozess hinweg behalten werden, egal an welchen Fleck der Erde es ihn einmal verschlagen wird.

Black Tuesday

Der Bub kam heute völlig aufgelöst aus der Schule. Dies sei sein schwärzester Schultag ever! Ein Kind aus seiner Klasse, das schon öfter aufgefallen war, sei heute komplett ausgerastet. Er habe eine Lehrerin geschlagen, eine zu Hilfe geholte zweite Lehrerin beschimpft, um sich geschlagen, habe aus den Büchertaschen anderer Kinder Dinge entwendet, deren Hausschlüssel verbogen, deren Pausenbrote gegessen, eine Glastür eingetreten, andere Kinder gewürgt und geschlagen und mit den Ranzen der Kinder Fußball gespielt, und diese beschädigt. Die Lehrerin hätte dann die Polizei gerufen - der Vater eines der von mir betreuten Kinder, der dort mehr oder weniger neben der Schule wohnt, bestätigte tatsächlich einen Polizeieinsatz an der Schule. Dem Bub ist nix passiert, er sei, als der Junge ausgetickt sei, weg gegangen, um die Lehrerin zu holen, weil er nicht in was Größeres verwickelt sein wollte, nur eben seinem Schulranzen. Das Ganze sei passiert, während die Klasse auf eine Lehrerin wartete, die aber krank war - was die Kinder nicht wussten. Die Kinder seien dann zusammen in eine andere Klasse geschickt worden, und dann nach Hause. Aber mit ihnen über den Vorfall gesprochen habe - noch? - keiner. Der Bub war fix und fertig, als er heim kam. Und das zur Zeit, wo er sowieso schon ein ... schwieriges Verhältnis ... zu "Schule" hat. In unserem ersten und bisher einzigen Elterngespräch hatte die Lehrerin versprochen, er dürfe den "Füllerführerschein" früher als die anderen Kinder machen, weil er schon so weit sei. Nun hat sie das aber revidiert, ohne eine wirkliche Begründung. Tja nun.
Mal abgesehen davon nervt mich ganz gewaltig, dass jedes Mal, wenn es in der Klasse Stress gibt, das mit allen Kindern geklärt werden muss, auch mit unbeteiligten. In der Unterrichtszeit!

Noch viel schlimmer als die Ereignisse heute in der Schule finde ich aber Fred's Verhalten diesbezüglich. Dass etwas zu tun an mir hängen bleiben würde, war von vornherein klar. Dennoch fragte ich vorhin Fred, wie wir denn vorgehen wollten. Der Ranzen vom Bub hat nun immerhin vorne ein Loch. Ein Loch, das nicht irgendwie versehentlich entstand, sondern absichtlich. Der beste Freund vom Bub erzählte das ja alles genau so wie Fridolin auch. In solchen Dingen weiß ich schon, ob er ehrlich ist. Lügen kann er nicht so, dass ich es nicht merken würde. Fred's Antwort auf meine Frage war "Ich weiß auch nicht, was meinst denn du?" - Klar. Standard-Fuck-Antwort. Fridolin meinte daraufhin: "Ich glaube, du hast nur keine Lust, irgendwas zu machen." Treffer versenkt, Bub. Und das empfinde ich noch als viel blöder, als den Vorfall an sich. Wenn Eltern ihre Kinder hängen lassen. Mal ganz abgesehen davon fühle ich mich auch verarscht, weil etwas zu tun wieder an mir hängen bleibt. Ich HASSE es!

Und abgesehen davon kam heute die dritte Absage für mich. Unterm Strich habe ich jetzt drei Zu- und drei Absagen. Schrott!

Ansonsten war der Tag schön gewesen. Ich war mit meinen Kindern zu Besuch bei einer lieben Kollegin. Viel gelaufen, viel draußen gewesen, Austausch mit der Kollegin tut ja auch gut ... .

Sonntag, 22. Februar 2015

Kraftorte

Kraftorte
Orte der Kraft
Orte, an denen ich Kraft schöpfe
Orte, an denen ich für ewig sitzen und verweilen kann.
Magische Orte, die mich träumen lassen.
Orte, die mich stark machen
Orte, an denen ich meine Kraft aufladen kann
Orte, an denen ich die reinste Luft in mich hinein atmen kann
Orte, an denen ich mich frei fühle
Orte, an denen ich Frieden mit mir schließe.

Ich wünschte, mein Zuhause wäre ein solcher Kraftort für mich.
Ich wünschte, ich wäre besser und noch schneller dazu in der Lage, mein Zuhause in einen Kraftort zu verwandeln.
Ich wünschte, ich hätte mehr Geduld mit mir selbst.