Donnerstag, 3. Juli 2014

Bombenfest

So bombenfest - 10 oder 20 oder 100 Tage oder auch zwei Jahre. Warten. Es wird sich nix ändern alleine durch warten. Und nachher haben wir den Salat - "Oh, Sie haben aber ein großes Baby!" NEIN, scheiße!
Weiß ich. Ich wäre der letzte Mensch, der auf Krawall gebürstet wäre, wenn Warten irgendjemandem irgendetwas nützen würde. Tut es aber nicht. Nicht, weil Baby unreif wäre oder dieser für mich bodenlose Quatsch vonwegen "das Kind will noch nicht kommen", sondern weil ich anscheinend zu BESCHEUERT bin, ein Kind normal zu bekommen. Theoretisch könnte man also gleich handeln, denn Bebi ist ja komplett fertig. Aber da ja nicht sein kann, was nicht sein darf, müssen wir noch weitere grausame 40 (vierzig!) Tage aushalten. Oder aber hoffen, dass irgendwas "passiert". Baby geht's dadurch nicht besser, nur die Mutter dreht am Rad. Aber Selbstbestimmung und Bauchgefühl sind ja ein Fremdwort für so manchen. Dass die Praxis nicht macht, was die Theorie ihr vorschreibt, hat schon so manchen aus den Latschen kippen lassen. Ja da stehen wir dann da und gucken doof. Wir hätten natürlich vorher auch mal auf unser Bauchgefühl hören und handeln können, aber das wäre ja auch zu einfach gewesen.
So, und von "den Ärzten vertrauen" habe ich einfach nur die Schnauze voll. Viel zu oft habe ich erfahren müssen, was es bedeutet "den Ärzten zu vertrauen", und bin damit massiv auf die Schnauze gefallen. Selbige habe ich einfach nur noch voll!

Wenn das jetzt noch 40 Tage so gehen soll, kann ich mich erschießen! Ich HASSE es so abgrundtief. Grade. Alles. Nicht das Beelzebebi, logisch. Diese verFICKte Situation. Das kann doch alles nur noch ein schlechter Scherz sein.

Ach, einfach nur FUCK!

Mittwoch, 2. Juli 2014

Unser Schlafzimmer

Ja und, Fridolin schläft aktuell/die letzten Monate kaum mehr in seinem eigenen Bett. Dafür hat er hier in meinem Zimmer ein eigenes Matratzenlager in der Ecke. So ist er nah bei mir, aber nicht zu nah. Er ist immerhin kein kleines Kind mehr. Oder doch. Ich finde das voll ok. Mit 7 darf man noch 'klein' sein. Dafür ist er in so vielen anderen Bereichen selbständig und fit. Und er schläft ja nicht bei mir im Bett, sondern 5 m von hier. Als Baby war er so ultra-autonom. Ich habe insgeheim andere Mütter beneidet, deren Kinder an ihnen hingen, die weinten, wenn sie den Raum verließen. Das hat Fridolin nie gemacht. Er war schon immer ein sehr eigenständiges Kind, er hat nie an mir geklammert, wenn es darum ging, sich zu lösen. Seine Nähe hat er sich anders geholt.
Die letzten Wochen und Monate hat er viel durchgemacht, angefangen bei meiner Beziehung zu Hannes, und der Trennung, meine Schwangerschaft, Fred's Auszug ist auch noch kein Jahr her, Frida's dauerndes Theater und meine damit verbundenen Abstürze, und schließlich sein eigenes Schul-Drama. Das ist ganz schön viel für so ein kleines Kind. Und trotzdem ist er so ... normal. Nicht auffallend leise, nicht auffällig sonst irgendwie. Einfach er selbst eben. Klar hatten wir unsere Krisenzeiten, im letzten Jahr, vor allen Dingen, als absehbar war, dass das eben in der Klasse überhaupt nicht passt. Und ja, mir geht sehr wohl nach, dass Fridolin wieder in die 1. Klasse zurück gegangen ist. Vor allen Dingen deshalb, weil sowohl die 2.-Klass-Lehrerin, wie auch die aktuelle 1.-Klass-Lehrerin bestätigten, dass er definitiv ein 2.-Klässler sein könnte, WENN MIR WER ZUGEHÖRT HÄTTE, und ohne die Scheißdreckskack-Blockade-Politik der Schule ganz am Anfang. Hätten sie ihn zu den Herbstferien gleich schnuppern lassen, hätte er nicht so viel wertvolle Zeit sinnlos vergeuden müssen, und wäre jetzt fest in der 2. Klasse. Darin sind sich die Lehrerinnen einig. Und ja, das stinkt mir nach wie vor gewaltig! Nachbarkindmutter jammerte gestern, dass die Kinder so viele Hausaufgaben aufgehabt hätten. Fridolin (nicht ich!) stand daneben und sagte, dass das doch Pups kleine Nuckelkinder gewesen sei. Für ihn unter dem untersten Limit. So, dass es noch zusätzlich etwas braucht, um ihn auszulasten. Ja, leicht und mit links blablabla, dafür kämpfe ich, dass er's auch ordentlich macht, OBWOHL's so pupsig ist. Der Punkt ist halt auch: aktuell braucht er sich die Aufgaben nicht mal ordentlich durchlesen, und weiß schon, was er machen muss. Gefährlich! Denn was passiert, wenn dann wirklich was auch für ihn Anspruchsvolles kommt, und er nicht gescheit hinschaut oder -hört, was er machen soll, weil er das bisher ja auch nicht musste, ist absehbar. Deshalb lasse ich ihn Extra-Aufgaben machen, wo ich Wert drauf lege, dass er präzise arbeitet, und dass er eine "Mindestarbeitszeit" hat, in der er etwas für die Schule tun muss. Aktuell ist er so 10 bis 15 Minuten beschäftigt, das lastet nicht aus.  Und JA, das sind wahrlich Luxusprobleme! Dessen bin ich mir durchaus bewusst. Sei mir auch mal gegönnt! :) Mal sehen, was das nächstes Jahr in der 2. Klasse gibt.

Ich schweife ab ... auch das tut gut, die Gedanken fliegen lassen.

Eigentlich wollte ich über unsere Schlaferei schreiben ... aus anderen Kulturen kenne ich, dass die Familie in einem Raum schläft. Da gibt es keine Extra-Zimmer für die Kinder, und mittlerweile empfinde ich das auch irgendwie wie eine Art 'Abschiebung'. Warum soll man die Kinder auf Zwang von sich weg schieben?! In Nepal habe ich kennengelernt, dass Eltern in einem Raum mit den Kindern schlafen, oft sogar in einem gemeinsamen Bett. Andere Räume werden dann tagsüber als Wohnzimmer benutzt. Solange unsere Situation ist wie sie ist, finde ich es schön so. Nun ja, mit 14 werde ich Fridolin wohl nicht mehr an der Backe haben, vielleicht dann noch mit der ersten Freundin - ha! Aber jetzt ist er grade mal sieben Jahre alt, bekommt bald ein Geschwisterchen, wird vom Einzelkind zum großen Bruder. Ist doch klar, dass er da verstärkt Nähe braucht! Und so wie's ist, passt es für uns optimal. Auch wenn beispielsweise Frida die Augenbrauen hochzieht, oder Fred oft genug zu Fridolin sagt "aber heute schläfst du in deinem Bett, oder?" - Warum?! Zumal: wenn er hier schläft, legt er sich ins Bett, schläft ein, und macht keinen Mucks mehr bis zum Aufwachen. Wenn er unten in seinem eigenen Zimmer schläft, braucht er Licht im Flur, wälzt sich im Schlaf hin und her und knirscht Zähne ohne Ende. Mal von der ganzen Pädagogik abgesehen genieße ich auch, ihn bei mir zu haben, und schlafe tatsächlich selbst auch besser, wenn ich ihn schnaufen höre.

Mal sehen, wie wir das machen, wenn Beelzebebi da ist und anfangs nicht durchschläft und und und - wobei Fridolin durchschläft, seit er acht Wochen alt war.... Man kann ja mal hoffen. Wir haben ja Gott sei Dank die Sommerferien zum Eingewöhnen und Ausprobieren!

So, fertig für heute. Nite nite! <3

Tagwerk

Sorry, vermutlich wird das wieder eines dieser langweiligen Aufzählungs-Postings. Aber ich schreibe ja nicht für euch, sondern für mich. Es steht ja jedem frei, hier mitzulesen - oder auch nicht.

Der Tag heute war schön. Beim Klingeln des Weckers erst mal die Lage abgecheckt. Kind 1 sprang zu mir ins Bett, küsste mich zum ,guten Morgen' und hatte allerbeste Laune, Kind 2 auch noch erstens da, zweitens wo es hingehört. Nur ich reichlich müde von der Nacht zuvor. Dabei hatte ich eigentlich gar nicht so schlecht geschlafen.

Fridolin machte heute mit seiner und mit zwei Parallelklassen einen Ausflug "auf die Wiese" - in HSU haben sie gerade "Wiese" als Thema. Gefällt mir gut, macht Spaß!

20.20 Uhr: Mit Siddharta auf der Dachterrasse. Heute habe ich jede Menge geschafft! Ich bin mehr als zufrieden mit meinem Tagwerk. Frisch geduscht, Haus sauber, Frühstück für morgen steht auf dem Tisch, Büchertasche gepackt, Pausenbrot vorbereitet. Kind ist glücklich, weil wir morgen gleich nach der Schule fahren, um seine Lego-Arktisstation abzuholen. Die hat er sich im Geschäft bestellt, und kauft sie für die Gutscheine, die er zu seinem Kindergeburtstag bekommen hat. So genial!
Von Fred und mir - zusammen - bekommt er ein Trikot der mexikanischen Nationalmannschaft. Das sollte dann auch die Tage hier eintrudeln. Er freut sich riesig darauf! Das bekommt er als Belohnung für die Wahnsinns-Leistung, die er in der 2. Klasse abgeliefert hat. Fridolin ist mit Abstand das Kind mit dem wenigsten Spielzeug und dem aufgeräumtesten Kinderzimmer, das ich kenne - und es geht ihm gut dabei, fehlt nix. Spricht ja auch für sich, dass wir oft und viele Besuchskinder hier haben. Die würden ja nicht kommen wollen, wenn's doof wäre hier. Dafür sind dann eben mal solche großen Geschenke und Einkäufe möglich. Zumal das ja auch den Geburtstags- und Weihnachtsgeschenkehype erheblich entzerrt. - Passt so, kann man lassen.

Zu Mittag gab's Steinpilzrisotto - eines unserer Lieblingsgerichte.

Da Fridolin die Hausaufgaben gestern schon gemacht hatte, und heute Ausflug war, durfte (!) er dann noch ein paar Blätter vom Rechenblock machen. Macht ihm Spaß, und er braucht Anreize, damit er weiterhin konzentriert bleibt. Wenn's langweilig wird, kehrt der Schlendrian ein - logisch. Brauchen wir nicht.
Später kam die Putzfrau ... ja, sie ist nett, aber sie ist nicht unsere erste Haushaltshilfe. Die war einfach nur klasse - verlässlich, sauber, selbst ordentlich und gepflegt vom Erscheinungsbild, selbständig und vertrauensvoll. Bei ihr konnte ich zwischenzeitlich mal einkaufen gehen, und Fridolin zu Hause lassen. Und und und. Aber nein, sie musste ja unbedingt heiraten und nach Österreich ziehen .... naja, sei ihr ja gegönnt.
Na gut, meckern ist Eines ... handeln das Andere. Wenn was nicht passt, warum sich lange damit abtun, und wertvolle Lebenszeit verschwenden?! Mit der Beelzefrau neverever. Also habe ich gleich bei jemand Anderem angerufen und ein Vorstellungsgespräch vereinbart. Mal sehen, vielleicht klappt's ja besser. Muss ja klappen. Im August, wenn Beelzebebi da ist, brauche ich, dass der Laden läuft, ohne Wenn und Aber.
Fridolin habe ich seine Matratze hier oben bei mir im Zimmer heute morgen noch zum Lager ausgebaut, dann sind die Polster unten aus dem Weg, und oben hat er's schön gemütlich. Da hat er sich dann mittags gleich reingelegt und ... gelesen. So schön!

Fred holte Fridolin zum Fussball ab - Wahnsinn, dass das Kind nach dem großen Ausflug heute morgen noch zu eineinhalb Stunden Training im Stande war. Abendessen dann ganz normal Brot mit Fred. Und Himbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren aus dem Garten.

Ach, ich habe jetzt heute nix Besonderes geschafft, aber viel war's, und doch, ich bin schon gut zufrieden damit grade so, wie's ist.

Am Freitag gibt's dann großen Besuch von meiner Patentante mit zweien ihrer Töchter - die wiederum Patentanten für Beelzebebi werden. Ich freue mich schon, da sie eine weite Reise in Kauf nehmen extra für uns. Da am Freitag um die Uhrzeit ja auch das Deutschlandspiel ist gegen Frankreich, habe ich beschlossen, dass wir einfach Tapas machen, und so verschiedene Kleinigkeiten. Fridolin wünscht sich Caprese mit frischem italienischem Brot und Bruschetta.

Für morgen früh ist schon alles erledigt, Pausenbrot gemacht, Frühstückstisch gedeckt ... so schön! Dann kann ich den Wecker auf 10 Minuten später stellen. Und heute kein Fussball passt auch.

Ja sorry, wenn das für euch Leser langweilig erscheinen mag - ich bin dankbar für jeden Tag ohne irgendeine Aufregung. Einfach mal gepflegte Langeweile. Wobei das ja noch nicht mal richtige Langeweile ist, es gibt schon noch wahrlich genug zu tun. Grad ist einfach nur normal und kein Drama. Tut so gut!

Und Beelzebebi?! Turnt und turnt und turnt. Das fühlt sich so unendlich schön an.... einfach nur ... nah ... unvergleichlich ... kraftvoll. Ich hoffe so sehr, dass sie bleibt, wie sie gestern im Krankenhaus war - richtig rum, also in Schädellage. Komm, Beelzebebi, rutsch fest ins Becken und bleib da. Bitte! Also ne, ich mag dich ja bald da raus haben. Aber eben nicht mehr rumdrehen, hörst du?!

Dienstag, 1. Juli 2014

Und täglich grüßt Frida

Eigentlich wollte ich ein wenig vorschlafen für das Spiel der USA gegen Belgien nachher bei der Weltmeisterschaft. Aber sobald ich die Augen schließe, ist da Frida. Lass mich in Ruhe, Frida. Lass es doch jetzt endlich gut sein. Was willst du noch? Mach es uns doch nicht so schwer. Hör auf, dich selbst zu belügen, indem du dir Interesse an mir einredest, dann brauchst du mich nicht mehr vor den Kopf zu stoßen. Lass es jetzt doch einfach dabei bewenden. Ich kann nicht mehr. Ich habe keine Kraft mehr dafür. Die Kraft, die ich habe, brauche ich für meine kleine Tochter, für Fridolin und für mich.

Und sobald ich die Augen schließe, sehe ich mich alleine in diesem Krankenhaus. Weinend, alleine mit Schmerzen, in einem Bett von einer Hebamme einen  Krankenhausflur hinunter geschoben. Niemand rennt hinterher, so wie bei der Frau heute morgen. Gottverlassen. Es geht nicht immer darum, jemanden bei sich zu haben, sondern den Menschen, den man braucht.

Durcheinander

Frida mit ihrem bescheuerten Hilfeangebot macht mich voll durcheinander. Wenn man Hilfe anbietet, sollte man wohl mit rechnen, dass der Andere sie annimmt/annehmen möchte. Sie war in den letzten Monaten und Jahren die, die am wenigsten von allen Menschen da war für mich. Nie so wirklich. Immer schön mit ihrem Geld. Aber sonst? Kann mir von ihrem Geld ja einen Menschen kaufen, der für mich da ist. Je mehr ich drüber nachdenke .... desto verlassener fühle ich mich.

Heute im Krankenhaus fuhren sie eine weinende, schwangere Frau an mir vorbei, die Mutter lief hinterher. Keine Ahnung, was los war. Die Vorstellung, dass ich das mutterseelenalleine bewältigen muss, was auch immer da kommt, ohne Rückhalt lässt mich kotzen. Grade kam noch eine Mail von Frida. Ich fühle mich wie im falschen Film. Als wäre das eine komplett andere Person, die jetzt schreibt, ich müsse um Hilfe bitten. Erst Wochen, Monate, Jahre blocken und dann wundern, dass ich eben zwischenzeitlich alleine mein Leben organisiere. Der Schrott mit Frida hat lange genug, viel zu lange alles dominiert. Nun habe ich mich damit abgefunden, dass sie nicht da ist, nicht da sein will, und vermutlich nicht da sein kann aus irgendeinem Grund, der nur bei ihr selbst liegt, nun fängt sie wieder an. Mensch, lass doch einfach mal gut sein jetzt. Hallo Menschen da draußen, was wollt ihr eigentlich konkret von mir?! Ich versteh's nicht. Wirklich. Oder bin ich im falschen Film? Was läuft hier verkehrt?!

Der Termin selbst ... die Ärztin war super-nett. Ich muss das alles sacken lassen. Mit dem Beelzebebi ist alles ok. Eigentlich könnte mir ein riesiger Stein vom Herzen fallen ob des Ist-Zustandes. Aktuell liegt sie sogar richtig, und alle anderen Hindernisse, die es vorher gab, scheinen aus dem Weg geräumt! Aber so weit wie jetzt war's schon mal. Dann drehte sie sich, und es hieß doch wieder anders. Ich traue dem Frieden in meinem Bauch nicht wirklich. Oder erst, wenn's so bleibt.