Ob ich heute nochmal wach werde, ist stark zu bezweifeln.
Seit Feierabend um 14 Uhr bin ich eigentlich nur am Schlafen.
Keine Ahnung, was der Körper jetzt schon wieder zu verarbeiten hat.
Bestätigt mich aber, dass es richtig ist, dass ich diese Woche Ruhe brauche.
Doch ausgebrannt?
Wird das irgendwann wieder besser?
Und Bebi? Lernt laufen! Das ist so irre. Sie ist noch keine acht Monate alt, aber hat ein Durchhaltevermögen und einen Ehrgeiz - Wahsinn! Naja, viel Theater, wenn sie umkippt, aber dann wird sofort weiter probiert.
Heute ist Tag ... 4 ... ?! mit fast ohne Fernsehen/Radio/Internet/Computer. Und es tut mir immernoch gut. Nicht nur weniger Input. Als auch die tatsächliche Stille. Kein Gedudel, kein Gelaber.
Neuer Friseur-Termin steht, die Haare sind viel zu lang. 4cm, und ich fühle mich wie nach zehn Tagen Urwald. Den letzten Termin musste ich ja skippen, wegen der Grippe-Welle hier durchs Haus.
Dienstag, 31. März 2015
Mittagspause
Der Kopf dröhnt.
Die Pilzrahmsauce war versalzen, die Brezenknödel exzellent.
Mir ist schlecht.
Mittagspause.
Draußen Sturm.
Kollegin traute sich, wie zu erwarten, nicht mit den Kindern raus.
Ich müsste eigentlich noch so viel machen für den Geburtstag vom Bub, für Ostern,
irgendwie bin ich viel zu träge.
Fred wollte Fridolin's Übergabe von meiner Mutter hier bei mir machen.
Und fragte, ob ich morgen oder Donnerstag mit Fridolin und ihm bowlen gehen wolle.
Beides abgelehnt zu haben war ein Fehler. Oder?
Zum Einen brauche ich Ruhe. Ich meine, Fridolin ist ja bei ihm, damit ich mal Pause habe.
Zum Anderen mag ich mich nicht mehr ausnutzen lassen. Emotional.
Ganz oder gar nicht.
Ich mag nicht mehr herhalten für den schönen Schein.
Und selbst dabei auf der Strecke bleiben.
Zugesagen hätte sich genauso falsch angefühlt.
Schrott.
Feierabend in 90 Minuten. Der eine Kunde wird wieder nicht erfreut sein, weil das mit der Kollegin wieder nicht geklappt hat, weil er Angst hat, dass seine Tochter als die älteste der Gruppe mit ihren eineinhalb Jahren nicht genug gebildet wird. Und jetzt ja auch noch Fridolin nicht da ist. Aber Fridolin ist mein Sohn, und - wenn nicht gerade Ferien sind - zum Mittagessen da, und nicht verpflichtet, den großen Bruder für irgendwelche Krippenkinder zu spielen.
Brezenknödel
Da bin ich gestern extra früh ins Bett gegangen - kurz nach 21 Uhr, und doch erst gegen 1 Uhr eingeschlafen, um kurz darauf wieder wach zu werden.
Eigentlich ist ausgemacht, dass uns heute die Kollegin mit ihren Kindern besucht. Dienstags ist Besuchstag. Mal sehen, ob das was wird. Auf meine letzte Message hin kam keine Ansage.
Der eine Kunde ist in regelmäßigen Abständen genervt, dass seine Tochter die älteste in meiner Krippe ist. Ja mei ... einen trifft's eben. Er hat wohl Angst, dass sie ohne älteres Kind nicht genug gefördert wird. Das arme Mädchen ist gerade mal eineinhalb Jahre alt! Und kennt schon sämtliche Lieder, Bastelarbeiten und und und - aus "Chinesisch für Embryos". Naja, ansonsten sind die Leute superspitzenmäßig drauf. Ich denke, ich habe eine ganz gute Gruppe zusammengestellt, die auf einer Wellenlänge liegen dürften.
Heute Mittag gibt's Brezenknödel mit Pilzrahmsauce - mal anfangen vorzubereiten, damit nachher die Zeit nicht knapp wird, sollte die Kollegin doch auftauchen.
Schwarz
Bebi hustete sich nun eine knappe Stunde lang die Seele aus dem Leib.
Während sie wieder in den Schlaf gefunden hat,
liege ich da, und beobachte das Schwarz in unterschiedlichen Schattierungen,
die Dunkelheit.
Dort drüben ist das kleinere Fenster, da die große Tür zur Dachterrasse, rechts der Türschlitz unter dem ein bisschen Licht hervor kommt, und an der Seite der weiße Schatten des Vorhangs über die Baby-Wiege. Aber Bebi liegt sowieso bei mir im Bett. Und kreiselt um sämtliche Achsen.
Wenn Fred sich nächstes Mal über seine vielen abgefahrenen Kilometer mokiert, schlage ich ihm vor, mit dem Fahrrad in die Arbeit zu fahren.
Kalter Entzug
Tag 3 quasi ohne Medien.
Kein Fernsehen,
kein Radio,
am Handy nur Whatsapp mit 'echten Menschen' und ... surprise ... telefonieren kann das Ding auch,
am PC kurz Mails checken
Unterm Strich: Es fehlt mir nicht an Informationen, die ich sowieso nicht wissen wollte.
22.53 Uhr: da liege ich nun, und an Einschlafen ist nicht zu denken, obwohl ich hundemüde bin.
1000 Gedanken, die mir durch den Kopf schwirren.
Corinne Hofmann's "Die weiße Massai" habe ich in zweieinhalb Tagen durchgelesen. Und mich viel geärgert über so viel Leichtsinnigkeit, sich selbst zu gefährden, und so viel Naivität, aber auch einer gewissen Arroganz. Aber vielleicht - wahrscheinlich - war der Kenntnisstand Ende der 80er Jahre ein anderer als jetzt, 25 Jahre später in Zeiten des Internets und sozialer Netzwerke, und in einem Buch lässt sich ja auch nicht jedes Gefühl komplett transportieren, sonst wäre es kein Buch. sondern ein Koloss (irgendwie so).
Mein Ärger rührt vermutlich ein bisschen aus meinem eigenen Erfahrungshintergrund. Was wäre mir passiert, wäre ich auch die von ihr beschriebene Weise auf die Menschen im village meines Ex-Freundes in Nepal zugegangen, oder hätte in bestimmten Situationen so unvorsichtig reagiert? Vieles erinnert mich an meine Zeit in Mude Bazaar und Khola Kark. Wie hätte ich reagiert? Was wäre mir womöglich zugestoßen, hätte ich ähnlich wie Corinne Hofmann gehandelt?
Heute ... ein weiterer Vertrag in der Tasche. Bei dem neuen Kunden muss ich aufpassen. Oder er. Oder wir beide. Keine weitere Baustelle, Beelze. SCHWUR!
Bebi ... Halsweh und heiser vom Husten. Am Liebsten würde ich sie permanent ganz nah bei mir haben. Vielleicht muss ich die ersten grauenvollen Monate meiner Schwangerschaft nachholen - dann wäre ja irgendwann mal gut. Nach der selben Zeit? Oder aber haben uns beide diese so schlimmen Erfahrungen doch tiefer geprägt?
Leider ist Tragetuch und Babytrage gar nichts für sie. Obwohl ... vielleicht Tuch nochmal ausprobieren, morgen, ob es ihr auf dem Rücken besser gefällt?
Sie ist ganz anders als Fridolin, anhänglicher. Dabei bin ich mir nicht sicher, ob sie nicht vielleicht fremdelt? Fridolin hat das nie auch nur im Ansatz gemacht. Bebi fremdelt nicht generell, nur wenn bestimmte Menschen sie anschauen, verzieht sie das Gesicht, manchmal auf fremden Armen fängt sie an, nach mir zu suchen. Bei Fridolin habe ich mir das immer ein bisschen gewünscht, und die Mütter mit fremdelnden Kindern beneidet - klingt komisch, ist aber so. Ihm war meistens wurscht, wo ich war, wenn ich weg ging, käme ich schon irgendwann wieder, oder es wäre eben jemand anderes da. Immerhin: arg fremdelt sie ja nicht, zum Glück. Ich kann sie in der Regel gut auch bei anderen Menschen lassen.
Und im Dunklen habe ich Angst vor Einbrechern, wenn Fridolin nicht hier ist. Kein Witz. Das Haus ist hell beleuchtet, meine Schlafzimmertür abgeschlossen. Ich mag das nicht, wenn er nicht da ist.
Die Arbeit heute grandios, endlich mit Plan, nicht mehr in den Tag hinein leben. Ja - vom Anspruch her etwa doppelt so viel wie gefordert, aber endlich mich fordernd. Ob ich in der Lage bin, umzusetzen, was ich aus alten Fehlern gelernt habe?
Übelkeit - vor Unruhe in mir. Vom wenigen Essen heute. Obwohl: ein Schokocroissant, eine kleine Portion Nudeln, 1 Dinkelvollkorn-Quark-Öl-Teig-Fladen. Aber seit dem frühen Abend nichts mehr. Aufgrund der Übelkeit. Logik?! Morgen gibt es Brezenknödel mit Pilzrahmsauce. Ich habe jetzt schon Hunger.
Das Vertragsgespräch war heute erst um 17.15 h vorbei und ich war/bin ziemlich müde, daher ging nach der eigentlichen Arbeit nichts mehr extra, keine Fahrt in die Stadt oder was auch immer. Am Samstag hat der Bub Geburtstag. Ich habe ihm - neben dem Baumhaus, das ja nun endlich LÄUFT - noch einen Schwimmkurs organisiert. Zu Ostern bekommt er ein kleines Eau de Toilette. Das ist mehr Scherz als echtes Geschenk. Aber manchmal liebt er es, sich richtig rauszuputzen mit Jeans unten rum, und Hemd mit Blazer oben, am Liebsten noch Krawatte. Ohne Seitenscheitel geht sowieso nichts. Zuletzt setzte ich ihn beim Friseur ab, als ich mit Beelzebebi zum Arzt gehen musste. Ich drückte ihm das Geld in die Hand, er solle danach zum Arzt nachkommen - gleich ums Eck. Für großartige Erklärungen an den Friseur war keine Zeit, im Hinausgehen hörte ich aber, wie der Bub dem Friseur haargenau erklärte, was er sich wünscht. Von mir hat er das nicht. Also klar, ich achte auch auf mein Äußeres, aber alles im normalen Rahmen. Ich erziehe Fridolin nicht dahin gehend, er ist ja erst sieben. Also fast acht. In weniger als einer Woche. Ich vermute, er sucht sich selbst. Vor einiger Zeit probierte er ja noch "Skater" aus. Keine Ahnung, was als nächstes kommt - Grufti?
Jedenfalls: Osternest steht aus, das Eau de Toilette habe ich IRGENDWOHIN verräumt, und Geburtstagseinladungen sind auch noch zu gestalten. Ich dachte an einen Gorilla-Kopf, da wir den Kindergeburtstag ja im Zoo feiern.
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