So nun ... Fred ist heute mit Fridolin zum 18. Geburtstag bei seiner Nichte eingeladen.
Ob er da hingehen soll?! Was er machen soll?
Tja nun, Fred. Wie viele andere auch ... nicht meine Entscheidung. Ich werde mich hüten, dir zu sagen, was du tun oder nicht tun sollst. Schon alleine diese deine Formulierung.
Ich werde sowas von garantiert nicht entscheiden, ob du, als mein Nochmann und Ex (aber guter Freund) zur Geburtstagsfeier deiner Nichte gehst oder nicht! Keine weitere Diskussion.
Ich bin nicht deine Mama. Du bist alt genug, und wirst wohl mal klar kommen, mit einer falschen Entscheidung - so sie sich denn als falsch entpuppt. Mann, Mann, Mann!
Ich werde auch nicht zulassen, dass Entscheidungen auf Fridolin abgewälzt werden, die deine sind. Ob er mitgeht oder nicht, entscheiden wir respektive du. Nicht das 7-jährige Kind!
Ein 7-jähriges Kind kann entscheiden, ob es Spaghetti oder Rigatoni zu Mittag gibt, oder ob es sich die Lego-Arktis-Station von seinem Geburtstagsgeld kauft, oder irgendwas von Lego Technic. Aber ein 7-jähriges Kind entscheidet weder, ob es zur Geburtstagsfeier eines Verwandten mitgeht oder nicht (eigentlich selbstverständlich, dass es das tut), noch wo der Familienurlaub hingeht. Schon gleich gar nicht mit dem Hintergrund, dass diejenigen, die eigentlich entscheiden sollten - in dem Fall Fred, schlicht und einfach ... . Orrrr!
Nun ja, ich betrachte diese Entscheidungsunfähigkeit als Teil von Fred's Depression. Dazu kommt noch, dass er selbst bei der Entscheidung, ob er und/oder Fridolin zu diesem Geburtstag gehen oder nicht (eine Entscheidung, die eigentlich in diesem Fall nicht mal eine ist) seine Emotionen irgendwie nicht regulieren kann. Er hat ständig und permanent Tränen in den Augen.
Die Sache, die nur mit Fred zu tun hat, ist das Eine. Man muss aber auch sehen, welche Auswirkungen es auf ein Kind hat, wenn derjenige, der Entscheidungen treffen muss, die Verantwortung für diese Dinge auf ein Kind abwälzt. Zum Einen ist ein kleines Kind mit sowas logischerweise überfordert, wenn es ständig abwägen soll, was für wen am Besten ist. Die Konsequenzen für eine Kinderseele - nicht gut. Oder aber das hat noch in eine ganz andere Richtung eine verheerende Wirkung: ein Kind, das alles entscheiden darf, entscheidet sich irgendwann schlicht und einfach für die Dinge, die ihm am Besten in den Kram passen, und tanzt dem Vater eben dementsprechend früher oder später auf dem Kopf rum.
Dann wieder, wenn ich Fred auf das anspreche, behandelt er Fridolin wie einen Dreijährigen, sagt ihm "atme ein, atme aus, linker Fuß vor rechter Fuß, sabber nicht, klecks dich nicht voll, tu dies, tu jenes bli bla blubb" und schwallt das arme Kind tot. Es kann gar keine falsche Entscheidung treffen können, weil Fred vorher schon ausschließt, dass jemals ein Fehler geschehen wird, den Fridolin begeht. Kinder müssen doch auch mal lernen aus der Reaktion, die sie durch falsche Entscheidungen hervorrufen!! Meine Güte, dann fragt Fridolin eben nach Zeugnisgeld! Sein gutes Recht! Dann lernt er aus der Reaktion der Leute eben entsprechend, dass das vielleicht zu aufdringlich war auf diese oder jene Weise.
Dann wieder Fred: "Erst sagst du, ich soll nicht so streng sein, dann soll ich nicht zu lieb sein!" Mittelmaß, Fred. Ein gesundes Mittelmaß. Nichts weiter. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass man ein dreijähriges Kind nicht zur Sau machen braucht, einem 7-jährigen aufmüpfigen Kerl aber schon mal die Meinung geigen/Konsequenzen aufzeigen muss. Und zwar nicht in der von dir so gerne verwendeten Dutzi-Dutzi-Dada-Sprache, aber auch nicht wie einem 40-jährigen Arbeitskollegen. Und ohne Tränen in den Augen. Bitte. Danke.
Und ja, ich möchte Fred liebend gerne helfen. Irgendwie. Ich sehe ja, dass es ihm zur Zeit nicht wirklich gut geht mit alledem. Ein Depressions-Rückfall. Ging schon mal deutlich besser alles. Aber nein, er hat ja keine Depression. Alles völlig normal. Sowas von nicht normal, sich in seiner Persönlichkeit dermaßen unsicher zu sein. Er braucht ja jetzt nun kein Egomane zu sein. Aber eben ... mehr Selbstsicherheit. Das hier ist an Selbstunsicherheit und "Devot-Sein" ja kaum mehr zu untertreffen. Quasi.
Welche Konsequenzen das langfristig für mich hat ... ich lasse mich hier nie! wieder! (den Fehler habe ich einmal gemacht, aus Liebe? eigener Hilflosigkeit? was auch immer) zur Domina degradieren, um mir hinterher genau das reinwürgen zu lassen. Nie! Wieder! Meine Entscheidungen treffe ich - liebend gerne! Für mich! Und für Fridolin. Aber es gibt Dinge, die ich nicht mehr im Traum entscheiden werde. Was Fred machen soll oder nicht. Umgedreht macht all dieses es mir unmöglich, mal selbst schwach zu sein, wenn ich mal schwach bin, oder mich mal fallen zu lassen, weil ich an meine Grenzen gestoßen oder weit darüber hinaus gegangen bin.
So, nach ewigem Heckmeck - ich habe entschieden, dass es Fred's Entscheidung ist, Fred hat sich dazu durchgerungen, zu entscheiden, dass er mit Fridolin hingeht bis nach dem Mittagessen und danach wieder her kommt - habe ich nun endlich mal ein paar Stunden frei zum Durchatmen!
Letzte Dinge erledigen, bevor es morgen losgeht zum Beelzebebi-Kriegen, meinen Rest-Plan abarbeiten. Zur Ruhe kommen.
Weiter geht's mit meinem Kram!
Sonntag, 3. August 2014
Entschiedene Entschlossenheit!
So, nach Tagen voller Hoffnung, Wut, Verzweiflung, Enttäuschung und extremem Gefühls-Auf-und-Ab habe ich mich nun entschieden, wie ich vorgehen möchte.
Da ich mit Beelzebebi ja nun über den Termin bin, muss ich nun alle zwei Tage zur Vorsorge - nachgucken lassen, ob die Herztöne passen, Nabelschnurdurchblutung, genug Fruchtwasser etc. Immer im Hinterkopf das Drama, das ich beim Beelzebub durchleben musste. Völlig sinnlos. Völlig ausgeliefert.
Bei Beelzebubi war der Termin auch sehr weit überschritten, es stellten sich einfach keine Wehen ein. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass das so nicht gut ist. So entschied ich mich nach 25 Tagen über Termin - gegen den ausdrücklichen Rat der Ärzte - für eine Einleitung. Ich fühlte mich wie die letzte Zicke, nur weil ich dem Gefühl, das ich für meinen Körper hatte, neben dem Fachwissen der Ärzte und den Erfahrungen der Hebammen, auch einen gewissen Stellenwert beimaß. Eine gesunde Mischung aus allen drei Faktoren eben, kein Entweder Oder. Fridolin kam schließlich, nachdem die Geburt per Einleitung angestupst wurde. Das Kind war riesig, dementsprechend schwer ging alles vonstatten. Logisch. Kind hört ja nicht zu wachsen auf am ET. Punkt 1, den man mir hätte ersparen können. Weitere Details erspare ich euch. So, dann war er riesig und trank von Anfang an etwa die doppelte (!) Menge, die ein normales Neugeborenes trinkt, deshalb wurde er mir gleich kurz nach der Geburt entrissen - ja, so sehe ich das! - und für die nächsten Wochen mit Kanülen in Köpfchen und Handrücken auf die Säuglingsstation gebracht. Verdacht auf Diabetes. Ein Verdacht, der sich niemals im Ansatz bestätigt hat. Aber ist ja nur logisch, dass ein gesundes Baby viel trinkt und groß ist - er war ja quasi schon drei Wochen alt, als er auf die Welt kam. Der Augenblick, in dem die Schwester auf der Station mir mein Baby noch dazu auf wenig sensible Weise wegnahm - für mich einer der bis dato schlimmsten Augenblicke meines Lebens. Die folgenden Wochen fand man wieder und wieder Gründe, dass Fridolin noch weiter unter Beobachtung auf Station bleiben muss. - Für mich alles nur Vorwände. Einmal ein Krankenhauskeim, mit dem er sich infiziert hatte (Noro), einmal trank er den Ärzten zu wenig (!). Immer hieß es "morgen dürfen Sie ihn mitnehmen", woraufhin wir mit MaxiCosi und voller Montur anrückten - und abends wie geprügelte Hunde von dannen schlichen in unsere Ferienwohnung - wir waren an meinem ursprünglichen Entbindungstermin obdachlos geworden, durch einen Wasserschaden in der Wohnung über uns, und lebten die ersten Wochen und Monate mit dem neugeborenen Fridolin in einer Ferienwohnung.
Dadurch dass Fridolin so groß war, brauchte ich eben lange, um mich zu erholen. Ich schleppte mich meist mit letzten Kräften durch den riesigen Krankenhauskomplex von meiner Station nach unten, selbst nachts zum Stillen, wenn die Schwestern mich anriefen, und bewegte mich dann von früh bis spät nicht mehr von seinem Bettchen weg. Einen Tag konnte ich mich schmerzbedingt überhaupt nicht aus dem Bett bewegen - das war der schlimmste Tag von allen. Der Arzt meinte nur gefühlskalt "Dann bleiben Sie halt in Ihrem Bett liegen." Ein Tag der Tränen, an dem ich mein Baby gar nicht sehen konnte, weil's eben nicht ging. Brutal.
Und schließlich ... Fridolin's Zimmer war das Letzte im Flur, ganz hinten - groß, sonnendurchflutet, er durfte zum Glück am Fenster liegen. Aber: genau an seinem Bettchen gab es eine dicke Beton-Säule mit Bildern, Fotos, Danksagungen - allesamt Todesanzeigen von Neugeborenen. "Danke an die Ärzte, auch wenn unsere kleine Maus es nicht geschafft hat." Fridolin schlief, von Medikamenten sediert, viel, was mir alle Zeit der Welt gab, diese traurigen Anzeigen wieder und wieder und wieder zu lesen ... . Puh. Und noch so vieles mehr, was ich hier im 'bösen Internet' gar nicht veröffentlichen kann.
Naja, er ist ein prima Junge geworden, absolut liebenswürdig, gesund, intelligent ... der beste große Bruder, den sich mein Beelzebebi wünschen kann. Aber der Schmerz von damals ist nicht vergessen, die wahnsinnige Angst vor einer Wiederholung dieses Ganzen, gepaart mit 100 Sprüchen, die irgendwas mit Geduld beinhalteten. Dabei hat das alles doch gar nix mit Ungeduld zu tun, sondern mit Angst. Schlicht und einfach. Angst ist nicht gleich Ungeduld. Aber diese Situation, gepaart mit dem, was hier die letzten Monate passiert ist, seit ich schwanger bin, lässt mich eben äußerst dünnhäutig werden.
Nun ... gestern musste ich dann zur Vorsorgeuntersuchung ins Krankenhaus. Die Nerven angespannt ohne Ende, Stimmung irgendwas zwischen Axtmörder und Beelze the Ripper. Dementsprechend genügten im Prinzip kleinste Kleinigkeiten, um mich innerlich in die Luft gehen zu lassen. Mal ganz abgesehen davon, dass es mich ganz schön viel Kraft kostete, aufgrund meiner eigenen inneren Anspannung niemandem ins Gesicht zu springen - die armen Leute können ja nix dafür.
So: ich hatte lange darum gekämpft, dass mein ureigenstes Körpergefühl einen Wert bekommt, und eben nicht übergangen wird, wie so oft. Gestern traf ich das erste Mal auf eine Ärztin, die mich tatsächlich ernstnahm. Ohne "ja aber". Sondern "das ist Ihr Gefühl" - fertig! Diskussionslos. Nun habe ich einen Freibrief, die Geburt vom Beelzebebi einleiten zu lassen, wann immer mein Gefühl dafür richtig ist. Ohne "das Baby entscheidet", und kein einziger Spruch von wegen "Ungeduld", oder ich solle mich "nicht so haben". Ja, ich bekomme ein Kind. Aber neben meiner Eigenschaft als Gebärmaschine bin ich auch immernoch ein Mensch.
So, die Nacht habe ich über meine so ungewohnt einfach gewonnene Freiheit geschlafen - tatsächlich - und für mich entschieden, dass ich mir heute eine Plan mache, was allerletzte zu erledigende Arbeiten angeht, diesen abarbeite, und morgen ins Krankenhaus gehen werde. Zack, fertig!
Hab dich lieb, Beelzebebi! Unendlich. Auch wenn ich alleine bin. Stark wie zwei.
Da ich mit Beelzebebi ja nun über den Termin bin, muss ich nun alle zwei Tage zur Vorsorge - nachgucken lassen, ob die Herztöne passen, Nabelschnurdurchblutung, genug Fruchtwasser etc. Immer im Hinterkopf das Drama, das ich beim Beelzebub durchleben musste. Völlig sinnlos. Völlig ausgeliefert.
Bei Beelzebubi war der Termin auch sehr weit überschritten, es stellten sich einfach keine Wehen ein. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass das so nicht gut ist. So entschied ich mich nach 25 Tagen über Termin - gegen den ausdrücklichen Rat der Ärzte - für eine Einleitung. Ich fühlte mich wie die letzte Zicke, nur weil ich dem Gefühl, das ich für meinen Körper hatte, neben dem Fachwissen der Ärzte und den Erfahrungen der Hebammen, auch einen gewissen Stellenwert beimaß. Eine gesunde Mischung aus allen drei Faktoren eben, kein Entweder Oder. Fridolin kam schließlich, nachdem die Geburt per Einleitung angestupst wurde. Das Kind war riesig, dementsprechend schwer ging alles vonstatten. Logisch. Kind hört ja nicht zu wachsen auf am ET. Punkt 1, den man mir hätte ersparen können. Weitere Details erspare ich euch. So, dann war er riesig und trank von Anfang an etwa die doppelte (!) Menge, die ein normales Neugeborenes trinkt, deshalb wurde er mir gleich kurz nach der Geburt entrissen - ja, so sehe ich das! - und für die nächsten Wochen mit Kanülen in Köpfchen und Handrücken auf die Säuglingsstation gebracht. Verdacht auf Diabetes. Ein Verdacht, der sich niemals im Ansatz bestätigt hat. Aber ist ja nur logisch, dass ein gesundes Baby viel trinkt und groß ist - er war ja quasi schon drei Wochen alt, als er auf die Welt kam. Der Augenblick, in dem die Schwester auf der Station mir mein Baby noch dazu auf wenig sensible Weise wegnahm - für mich einer der bis dato schlimmsten Augenblicke meines Lebens. Die folgenden Wochen fand man wieder und wieder Gründe, dass Fridolin noch weiter unter Beobachtung auf Station bleiben muss. - Für mich alles nur Vorwände. Einmal ein Krankenhauskeim, mit dem er sich infiziert hatte (Noro), einmal trank er den Ärzten zu wenig (!). Immer hieß es "morgen dürfen Sie ihn mitnehmen", woraufhin wir mit MaxiCosi und voller Montur anrückten - und abends wie geprügelte Hunde von dannen schlichen in unsere Ferienwohnung - wir waren an meinem ursprünglichen Entbindungstermin obdachlos geworden, durch einen Wasserschaden in der Wohnung über uns, und lebten die ersten Wochen und Monate mit dem neugeborenen Fridolin in einer Ferienwohnung.
Dadurch dass Fridolin so groß war, brauchte ich eben lange, um mich zu erholen. Ich schleppte mich meist mit letzten Kräften durch den riesigen Krankenhauskomplex von meiner Station nach unten, selbst nachts zum Stillen, wenn die Schwestern mich anriefen, und bewegte mich dann von früh bis spät nicht mehr von seinem Bettchen weg. Einen Tag konnte ich mich schmerzbedingt überhaupt nicht aus dem Bett bewegen - das war der schlimmste Tag von allen. Der Arzt meinte nur gefühlskalt "Dann bleiben Sie halt in Ihrem Bett liegen." Ein Tag der Tränen, an dem ich mein Baby gar nicht sehen konnte, weil's eben nicht ging. Brutal.
Und schließlich ... Fridolin's Zimmer war das Letzte im Flur, ganz hinten - groß, sonnendurchflutet, er durfte zum Glück am Fenster liegen. Aber: genau an seinem Bettchen gab es eine dicke Beton-Säule mit Bildern, Fotos, Danksagungen - allesamt Todesanzeigen von Neugeborenen. "Danke an die Ärzte, auch wenn unsere kleine Maus es nicht geschafft hat." Fridolin schlief, von Medikamenten sediert, viel, was mir alle Zeit der Welt gab, diese traurigen Anzeigen wieder und wieder und wieder zu lesen ... . Puh. Und noch so vieles mehr, was ich hier im 'bösen Internet' gar nicht veröffentlichen kann.
Naja, er ist ein prima Junge geworden, absolut liebenswürdig, gesund, intelligent ... der beste große Bruder, den sich mein Beelzebebi wünschen kann. Aber der Schmerz von damals ist nicht vergessen, die wahnsinnige Angst vor einer Wiederholung dieses Ganzen, gepaart mit 100 Sprüchen, die irgendwas mit Geduld beinhalteten. Dabei hat das alles doch gar nix mit Ungeduld zu tun, sondern mit Angst. Schlicht und einfach. Angst ist nicht gleich Ungeduld. Aber diese Situation, gepaart mit dem, was hier die letzten Monate passiert ist, seit ich schwanger bin, lässt mich eben äußerst dünnhäutig werden.
Nun ... gestern musste ich dann zur Vorsorgeuntersuchung ins Krankenhaus. Die Nerven angespannt ohne Ende, Stimmung irgendwas zwischen Axtmörder und Beelze the Ripper. Dementsprechend genügten im Prinzip kleinste Kleinigkeiten, um mich innerlich in die Luft gehen zu lassen. Mal ganz abgesehen davon, dass es mich ganz schön viel Kraft kostete, aufgrund meiner eigenen inneren Anspannung niemandem ins Gesicht zu springen - die armen Leute können ja nix dafür.
So: ich hatte lange darum gekämpft, dass mein ureigenstes Körpergefühl einen Wert bekommt, und eben nicht übergangen wird, wie so oft. Gestern traf ich das erste Mal auf eine Ärztin, die mich tatsächlich ernstnahm. Ohne "ja aber". Sondern "das ist Ihr Gefühl" - fertig! Diskussionslos. Nun habe ich einen Freibrief, die Geburt vom Beelzebebi einleiten zu lassen, wann immer mein Gefühl dafür richtig ist. Ohne "das Baby entscheidet", und kein einziger Spruch von wegen "Ungeduld", oder ich solle mich "nicht so haben". Ja, ich bekomme ein Kind. Aber neben meiner Eigenschaft als Gebärmaschine bin ich auch immernoch ein Mensch.
So, die Nacht habe ich über meine so ungewohnt einfach gewonnene Freiheit geschlafen - tatsächlich - und für mich entschieden, dass ich mir heute eine Plan mache, was allerletzte zu erledigende Arbeiten angeht, diesen abarbeite, und morgen ins Krankenhaus gehen werde. Zack, fertig!
Hab dich lieb, Beelzebebi! Unendlich. Auch wenn ich alleine bin. Stark wie zwei.
Samstag, 2. August 2014
Der Leider
So, nachher muss ich zum Termin ins Krankenhaus. Nur CTG. Sonst ist ja nix. Und wird auch nie was sein.
Fred hängt hier die ganze Zeit rum und hat "schon so viel gemacht heute". 30 qm Rasen gemäht und 10 m Efeu-Hecke geschnitten. Terrasse fegen schafft er deshalb heute nicht auch noch. "Du wolltest doch auch was machen." What the FUCK! Ich bin HÖCHSTschwanger?
Gestern habe ich mich erkundigt, wie es seinem Patenonkel geht. Aus der Schwiegerfamilie der so ziemlich einzige nette Mensch, und, anders als die anderen, motiviert, interessiert, guckt mal übern Tellerrand und so. Naja, wohnt ja auch in Hamburg ...... . Er sei jetzt im Heim. Ja wie's ihm geht? Keine Ahnung, Fred hat die Nummer nicht. So traurig.
Ach ja, außerdem ist bei Fred "irgendwas im Anflug". Eine Krankheit. Ja. War klar.
Hier muss sich grundlegend was ändern. Wieder. Mehr Abgrenzung meinerseits. Wenn er hier die ganze Zeit rumhängt, hat er sich auch zu beteiligen hier in Form von Mitarbeit. Oder aber Rückzug meinerseits. Ich meine, er genießt ganz schön viel Freiheiten. Von wegen 50/50 ... in Bezug auf Fridolin. 99/1. Wenn's ihm zuviel wird, und das ist schon ganz unten, lässt er die Arbeit einfach liegen. Sein extrem niedriges Belastungslevel empfindet er als normal, und gefällt sich darin enorm. Auch seine ganze Körperhaltung spricht Bände - hängende Schultern, Kopf nach unten, wie ein geprügelter Hund. Ach, ich kriege Hass langsam. Echt. Fred gehört in Behandlung. Ernsthaft. Aber halt nein, er hat ja nix. Hahaha.
Aber das am meisten Groteske an dieser Gesamtsituation ist die Tatsache, dass meine Tante und Großtante in Fred meinen Retter sehen, ihm quasi mein Kind unterjubeln wollen, ihn als den perfekten Vater für mein Kind sehen. In jedem Brief ist Fred integriert als "Grüße an deine Männer" oder "Hallo ihr dreieinhalb". Und wie sie alle hoffen, dass Fred mit mir zur Geburt geht. Der 'gehörnte Ehemann'. Ey HALLO! Ja tut er. Aber das geht keinen was an. Schadet nichts, wenn ihr ein bisschen in Unsicherheit schwebt, und schlechtes Gewissen habt, liebe "Familie". Ihr, die ihr vorgebt, da zu sein. Er ist vom 'Familiären' her derjenige, der am Meisten über sein Kuckuckskind weiß, und der Einzige, der tatsächlich da ist. Vor dem deutschen Gesetz ist Beelzebebi ein Kuckuckskind. Unglaublich.
Zum Glück geht's mir außer der Kopfgeschichte gut. Also körperlich bin ich nach wie vor sehr fit, außer dem 'dicken Bauch' habe ich nix. Fühlt sich extrem gut an, nicht zu leiden. Wenn ich jetzt noch irgendetwas hätte, wäre sonst niemand da, und Fred hätte unter Garantie noch irgendwas viel Schlimmeres.
Ich will hier raus. Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, meinen Krempel zu packen, und nach Hamburg zu fahren. Selbst jetzt noch. Das Paradoxe an der Situation: Fred ist DA, und lässt mich, anders als so viele andere, in meiner Situation nicht im Stich. Also: diejenigen, die ich brauche, sind da - Fridolin und Fred. Aus welchem Grund genau sollte ich hier bleiben?! Um das Bedürfnis nach Scheinheiligkeit derjenigen zu befriedigen, die viel labern, aber nix tun?! Dass sie nach der Geburt Baby gucken können?! Allen voran Frida, die sich selbst ins Hemd lügt.
Was fehlt: mehr Autonomie für mich! Ich bin aus irgendeinem Grund noch zu abhängig von Fred. Wobei das umgedreht ja nur logisch ist. Denn wer ist denn da außer ihm?! Ein Teufelskreis. Wie durchbrechen?!
Der Verdacht liegt nahe, dass Beelzebebi nicht kommen mag, so lange ich den Kopf voll Fred und Frida habe, und weiterhin versuche, Lösungen dafür zu finden, anstatt mich jetzt auf Beelzebebi und mich selbst zu konzentrieren. So weit bin ich also schon mal. Nur: wie das umsetzen?!
Vor ein paar Jahren sagte ein Bekannter mal, "dass es dich noch nicht umgehauen hat, ist auch ein Wunder, bei diesem Umfeld". Nun ja.
Grade rief Frida an. Nachdem ich ihr ein, zwei böse (verzweifelte?) Mails geschickt hatte. Schlechtes Gewissen beruhigen, oder was?! Ich bin nicht hin. Mag einfach nur meine Ruhe haben.
Nachher habe ich Termin im Krankenhaus. Nächste Baustelle "Selbstbehauptung". Vermutlich muss ich mir wieder Ungeduld vorwerfen lassen. Sollte mir mal ein T-Shirt drucken mit irgendeinem Spruch in Bezug auf UNGEDULD.
In eine Ecke verkriechen und nie wieder rauskommen ... das wär's.
Fred hängt hier die ganze Zeit rum und hat "schon so viel gemacht heute". 30 qm Rasen gemäht und 10 m Efeu-Hecke geschnitten. Terrasse fegen schafft er deshalb heute nicht auch noch. "Du wolltest doch auch was machen." What the FUCK! Ich bin HÖCHSTschwanger?
Gestern habe ich mich erkundigt, wie es seinem Patenonkel geht. Aus der Schwiegerfamilie der so ziemlich einzige nette Mensch, und, anders als die anderen, motiviert, interessiert, guckt mal übern Tellerrand und so. Naja, wohnt ja auch in Hamburg ...... . Er sei jetzt im Heim. Ja wie's ihm geht? Keine Ahnung, Fred hat die Nummer nicht. So traurig.
Ach ja, außerdem ist bei Fred "irgendwas im Anflug". Eine Krankheit. Ja. War klar.
Hier muss sich grundlegend was ändern. Wieder. Mehr Abgrenzung meinerseits. Wenn er hier die ganze Zeit rumhängt, hat er sich auch zu beteiligen hier in Form von Mitarbeit. Oder aber Rückzug meinerseits. Ich meine, er genießt ganz schön viel Freiheiten. Von wegen 50/50 ... in Bezug auf Fridolin. 99/1. Wenn's ihm zuviel wird, und das ist schon ganz unten, lässt er die Arbeit einfach liegen. Sein extrem niedriges Belastungslevel empfindet er als normal, und gefällt sich darin enorm. Auch seine ganze Körperhaltung spricht Bände - hängende Schultern, Kopf nach unten, wie ein geprügelter Hund. Ach, ich kriege Hass langsam. Echt. Fred gehört in Behandlung. Ernsthaft. Aber halt nein, er hat ja nix. Hahaha.
Aber das am meisten Groteske an dieser Gesamtsituation ist die Tatsache, dass meine Tante und Großtante in Fred meinen Retter sehen, ihm quasi mein Kind unterjubeln wollen, ihn als den perfekten Vater für mein Kind sehen. In jedem Brief ist Fred integriert als "Grüße an deine Männer" oder "Hallo ihr dreieinhalb". Und wie sie alle hoffen, dass Fred mit mir zur Geburt geht. Der 'gehörnte Ehemann'. Ey HALLO! Ja tut er. Aber das geht keinen was an. Schadet nichts, wenn ihr ein bisschen in Unsicherheit schwebt, und schlechtes Gewissen habt, liebe "Familie". Ihr, die ihr vorgebt, da zu sein. Er ist vom 'Familiären' her derjenige, der am Meisten über sein Kuckuckskind weiß, und der Einzige, der tatsächlich da ist. Vor dem deutschen Gesetz ist Beelzebebi ein Kuckuckskind. Unglaublich.
Zum Glück geht's mir außer der Kopfgeschichte gut. Also körperlich bin ich nach wie vor sehr fit, außer dem 'dicken Bauch' habe ich nix. Fühlt sich extrem gut an, nicht zu leiden. Wenn ich jetzt noch irgendetwas hätte, wäre sonst niemand da, und Fred hätte unter Garantie noch irgendwas viel Schlimmeres.
Ich will hier raus. Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, meinen Krempel zu packen, und nach Hamburg zu fahren. Selbst jetzt noch. Das Paradoxe an der Situation: Fred ist DA, und lässt mich, anders als so viele andere, in meiner Situation nicht im Stich. Also: diejenigen, die ich brauche, sind da - Fridolin und Fred. Aus welchem Grund genau sollte ich hier bleiben?! Um das Bedürfnis nach Scheinheiligkeit derjenigen zu befriedigen, die viel labern, aber nix tun?! Dass sie nach der Geburt Baby gucken können?! Allen voran Frida, die sich selbst ins Hemd lügt.
Was fehlt: mehr Autonomie für mich! Ich bin aus irgendeinem Grund noch zu abhängig von Fred. Wobei das umgedreht ja nur logisch ist. Denn wer ist denn da außer ihm?! Ein Teufelskreis. Wie durchbrechen?!
Der Verdacht liegt nahe, dass Beelzebebi nicht kommen mag, so lange ich den Kopf voll Fred und Frida habe, und weiterhin versuche, Lösungen dafür zu finden, anstatt mich jetzt auf Beelzebebi und mich selbst zu konzentrieren. So weit bin ich also schon mal. Nur: wie das umsetzen?!
Vor ein paar Jahren sagte ein Bekannter mal, "dass es dich noch nicht umgehauen hat, ist auch ein Wunder, bei diesem Umfeld". Nun ja.
Grade rief Frida an. Nachdem ich ihr ein, zwei böse (verzweifelte?) Mails geschickt hatte. Schlechtes Gewissen beruhigen, oder was?! Ich bin nicht hin. Mag einfach nur meine Ruhe haben.
Nachher habe ich Termin im Krankenhaus. Nächste Baustelle "Selbstbehauptung". Vermutlich muss ich mir wieder Ungeduld vorwerfen lassen. Sollte mir mal ein T-Shirt drucken mit irgendeinem Spruch in Bezug auf UNGEDULD.
In eine Ecke verkriechen und nie wieder rauskommen ... das wär's.
Beelze the Ripper
Traurig
aggressiv
depressiv
Was wollen die noch von mir?
Wollen mir sowieso nur sagen, was sie sagen müssen,
und dass ich völlig egal bin.
Habe nix mehr zu sagen.
Ende.
aggressiv
depressiv
Was wollen die noch von mir?
Wollen mir sowieso nur sagen, was sie sagen müssen,
und dass ich völlig egal bin.
Habe nix mehr zu sagen.
Ende.
Freitag, 1. August 2014
Once in a Liftetime
So, schon wieder am Rumheulen.
Könnte doch einmal in meinem Leben irgendwas einfach mal ohne Herzschmerz, Sorgen und Seelenqualen vonstatten gehen. Ich erwarte ja nicht mal, dass irgendwas am Schnürchen läuft. Nur einfach ohne ein gebrochenes Herz. Bitte.
Ich verliere langsam aber sehr sicher Mut, Kraft, Hoffnung, Zuversicht, Lebensfreude, Motivation.
Wozu denn das alles, wenn es immer nur nur nur mit Tränen, Hilflosigkeit, Schmerzen, Trauer und großem Leid verbunden ist?! Wenn, egal wie sehr ich mich abstrample, ich sowieso keine Chance habe, mal nicht verletzt zu werden?! Immer nur neue Schmerzen auf die alten. Es kotzt mich so sehr an.
Beelzebebi, mach's mir doch nicht so schwer. Bitte komm' doch einfach. Ich brauche nicht wieder dieses verfluchte Kack-Drama, bei dem ich schutzlos ausgeliefert bin. Komm doch einfach, dann ist alles gut. Einfach mal.
Vielleicht war die Begeisterung der Hebamme gestern bloße Hinhaltetechnik. Kann auch sein.
Bauchmassage funktioniert nicht,
warmes Bad funktioniert nicht,
keine Bewegung funktioniert nicht,
viel Bewegung auch nicht,
der Piccolo gestern ebensowenig wie zwei Wehencocktails.
Der Bauch weht fröhlich vor sich hin, aber es passiert nichts.
Morgen muss ich zum CTG ins Krankenhaus.
Aber da wird auch nichts passieren.
Zumal es mir ja gut (?) geht.
Und dann immer so Sprüche wie:
Der Arzt/die Hebamme/sonstwer entscheidet dann.
Hallo - mir geht es nicht darum, irgendjemandem die Kompetenz abzusprechen.
Aber die habe ich wohl auch, wenn es um mich geht.
Und wenn es schon um mich geht, habe ich wohl ein entscheidendes Wörtchen mitzureden.
Zum Mut machen ist auch keiner so wirklich da.
Fred. Ab und an, ja.
Ansonsten bekomme ich gesagt, ich solle mich nicht so anstellen.
Indirekt, versteht sich.
Mit Frida hat alles keinen Sinn.
Und sowieso und überhaupt auch nicht.
Und dann die Sache mit dem Geben und Nehmen.
Ich gebe und gebe.
Und was bekomme ich?
Fühle mich so egal.
Wertlos.
Und dann die Sache mit dem Geben und Nehmen.
Ich gebe und gebe.
Und was bekomme ich?
Fühle mich so egal.
Wertlos.
Ohnmacht.
Kapitulation.
Selbstaufgabe.
Kein Mut mehr.
Keine Kraft.
Ende.
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