Samstag, 14. Januar 2017

Spiegel der Wahrheit

Beim Aufwachen stand ich dermaßen neben mir, dass ich einen Moment brauchte, um zu realisieren, dass heute Samstag ist. Kein Arbeitstag. Naja, kann einem schon mal passieren um 3.42 Uhr. Wird das jetzt meine neue Aufwachzeit?! Himmel hilf!

In meine Hirn ringt zwischen Loslassen und Hängenlassen. Glücklicherweise ist das Haus in einem guten Zustand, kein allzu großes Chaos, die Einkäufe für nächste Woche sind auch schon bestellt und die Kinderkrippenwoche abgeschlossen. Der Bub ist dieses Wochenende beim Papa, so dass ich für die Beelzemädchen und mich essenstechnisch gut mit dem auskommen werde, was wir sowieso da haben. Na gut, das sollte zur Genüge reichen. Theoretisch müssten wir heute nicht mehr aus dem Haus. Praktisch wollte ich eigentlich vielleicht noch ein paar Brush Pens im Schreibwarenladen holen, und Briefpapier. Aber gerade ist sowieso mal wieder Schnee mit Sturm. Erst mal Frühstück. Oder auch, wenn man seit über 5 Stunden wach ist: fast schon wieder Mittagessen.

Theoretisch brauche ich also das Wochenende nur das Nötigste zu tun, ohne dass wir im Chaos versinken werden. Nix mit Vorankommen, stattdessen wieder Überlebens-Modus an.

It Ain't Over Till It's Over

So, das war's dann wohl. Beelze und Pachu over. Warum? Das weiß bloß der Himmel. Nein, um ehrlich zu sein, es hatte sich schon angedeutet, dass wir nicht zusammen passen?! Gut getan hat mir diese Beziehung schon seit einiger Zeit nicht mehr. Ich hatte mich in etwas verwandelt, was ich nie wieder sein wollte, und hätte früher oder später die Reißleine ziehen müssen. Für mich, für meine Würde. Ich möchte nie wieder in diesem Leben das devote Hascherl sein, das ich mit Fred war, und mit Hannes. Das, was hier jetzt abgeht, ist an Lächerlichkeit schlicht und einfach nicht mehr zu überbieten. Und tut mehr weh, als .... keine Ahnung. Unfassbar. Ein Schmerz, den ich nicht in Worte fassen kann. Über Hannes war ich ziemlich schnell weg. Er hat mich von Anfang an nur verarscht. Pachu nicht, das weiß ich einfach. Es tut mir weh, und es macht mir Angst.
Bei Hannes brach keine Welt zusammen, trotz Allem. Er hat mir zusammen mit dem Bub den größten Schatz auf Erden hinterlassen. Nun stürzt alles ein. Es reißt mir den Boden unter den Füßen weg. Aber ich kann nicht aufgeben, noch nicht. Ich habe auch Fehler gemacht, das sehe ich jetzt.

Zum Glück hat der Bub dieses Wochenende Papa-Wochenende, auch wenn er partout nicht gehen wollte. Mehr Zeit für mich.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Der blaue Hund

Meine aktuelle Seelenlage? Themawechsel. Eiszeit zwischen dem Mann und mir. Schmerz, viel zu viel. Diese Beziehung macht etwas mit mir. Etwas, das ich eigentlich nie wieder spüren wollte. "Lieber alleine, als wieder so", sagte ich mir. So, das heißt die personifizierte Unsicherheit, devot bis zum Umfallen. Selbstwirksamkeit gleich null. Hoffnungslosigkeit. Darüber wollte ich gar nicht schreiben.

Sondern darüber, dass ich nun zwei Tage lang nicht geschafft habe, endlich im Chaos zu versinken, obwohl ich gar nicht geschafft habe, mich am habit tracker entlang zu hangeln, weil selbst das zu viel war. Der schmale Grat zwischen sich hängen- und loslassen. Lesen funktionierte die letzten Tage nicht wirklich so, wie ich es mir vorgenommen hatte. Meine Ich-Zeit jetzt auch nicht so sonderlich. Also nichts qualitativ Hochwertiges. Marathon-Netflixen mit Pepsi und Salzstangen. Der Allgemeinzustand hier schlägt/schläft mir massiv auf den Magen. Am Dienstag hatte ich eigentlich vorgehabt, unseren Dienstagssport mit dem Bub zu starten. Bebisitter war  da und alles, sogar kostenlos. Und dann nichts. Massiv-Glotzen mit dem Bub.

Da sind so viele positiven Dinge. #kleineFreudenDesTages eben. Nicht mal das habe ich durchgezogen, übrigens. Um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich so gut ist, mich mit den schönen Dingen abzulenken. Abzulenken - das ist genau der Punkt. Wo geht die Trauer hin, wenn sie nicht da ist? Die Angst? Die Wut?

Die Bebiline macht so richtige riesengewaltige Fortschritte. Sprachlich, motorisch war sie schon immer super. Nun haben wir sie tagsüber 'sauber'/'trocken'. Inzwischen möchte sie nicht mehr in regelmäßigen Abständen aufs Klo geschickt werden (damit nix passiert haha), sondern geht von selbst. Nur beim Schlafen hat sie noch die Windel an, lange wird's aber wohl nicht mehr dauern. Und der Bub ist so toll! Alles in Allem zwei wundervolle Kinder, auch wenn ich sie heute morgen beim Frühstück am liebsten beide ins Baumhaus geschickt hätte. Beelzemädchen mit massivem Trotzanfall, warum, weiß sie vermutlich selbst nicht, der Bub mit akuter Dauergenörgelprovokation. Dagegen war Arbeit dann die Erlösung vor dem Herrn. :) Überhaupt macht die Arbeit richtig Spaß zur Zeit. Wenn da nur nicht die Sache mit dem fehlenden Gehalt wäre. Erst Ende Februar gibt's wieder Geld. Tja nun. Mit den Kindern läuft's, mit den Eltern läuft's und überhaupt.

Am späten Nachmittag war ich dann in einem Gymnasium. Für den Bub. Anschauen. Mit dem Bub. Rein gefühlstechnisch liege ich mit meiner Strategie vermutlich richtig. Die Schule, die wir heute angesehen haben, ist jetzt zwar nicht ganz abwegig, kommt aber aufgrund der Fächerkombinationen für ihn eher weniger in Frage. Den Schulwahl-Marathon eröffnet habe ich trotzdem ganz bewusst mit dieser Schule, im Wissen, dass er erst mal geflasht sein würde von den wahnsinnig vielen Informationen, wie so ein riesiges Gebäude auf einen kleinen Knirps wirken muss, megaviele Menschen, die einem alle irgendetwas anbieten, zu einem Quiz einladen, hier Experimente im Physiksaal, Choraufführung im Treppenhaus, Schulhaus-Rallye, griechische Snacks und und und, bis ich ihm sagte, dass er Angebote auch ablehnen darf, deshalb sind das ja Angebote, und dass er einfach mitmachen und Spaß haben kann, dass es nicht auf irgendeine Leistung ankommt. Der arme kleine Kerl war so aufgeregt und angespannt. Langer Rede kurzer Sinn: wir werden mit Sicherheit nicht alle drölfzig zur Auswahl stehenden Schulen anschauen, aber jetzt weiß er schon mal, was so in etwa auf ihn zukommen wird, wenn wir in die für uns/ihn relevanten Schulen gehen, dann braucht er nicht mehr so aufgeregt sein. Die Vorträge habe ich mir dann aber erspart. Beelzemädchen war die ganze Zeit dabei, und hat sich gefreut, zum Glück hat sie so lange Mittagsschlaf gemacht (ich habe sie ja gelassen, aufwecken geht GAR NICHT, war beim Bub genauso. Und ich versteh's. ;) ). Sie hatte die ganze Zeit gute Laune, bekam an jedem Stand Gummibärchen und Traubenzucker und freute sich über alles, was es da zu sehen gab.

Sonntag, 8. Januar 2017

Contigo Si

Buenos días, carnales! Como estan? Wie geht's euch?

Schrittetechnisch bin ich top sowohl heute als auch in dieser Woche, den Monat muss ich noch ein kleines bisschen aufholen, aber das ist marginal-egal. Lesen funktioniert sowieso gut.

Kleines Fazit nach der ersten Woche im neuen Jahr: Es hat sich verdammt viel getan! Und ich (!) meine: verdammt! viel! Klar gibt es noch die ein oder andere Sache, bei der es hakt. Aber hey, was will ich denn?! Chihuahua wasn't built in a day - oder so - und meine Veränderungen laufen gerade mal seit einer Woche. Get it goin'! Steter Tropfen höhlt die Steine, die sich mir in den Weg legen. Es wäre halt nett, wenn die Rückschlag-Frequenz ein winzig kleines bisschen niedriger wäre, so dass ich echt mal die Chance hätte, einfach nur voran zu kommen, und Land zu gewinnen. Diesbezüglich bin ich sehr abhängig von meinem Umfeld - allen voran von meiner Mutter. Aufgrund ihrer Nachricht vom letzten Donnerstag schaffte ich gar nix, auch der Freitag war noch so mehr oder weniger Ausruhtag - wenn ich auch feststellen musste, dass selbst hier der habit tracker große Dienste erwiesen hat, so dass ich zwar eine Weile in Schockstarre fiel, mich dann aber glücklicherweise recht schnell wieder aufrappeln konnte.

Ein großer Punkt in meinem habit tracker ist die Selbstfürsorge, und was soll ich sagen?! Nach 37 Jahren überwiegend Selbstkasteiung mit dem Morgenstern, Selbstbestrafungen auf diverse Art (Körperverletzungen ausgeschlossen) und Selbsthass, tut es mir so richtig gut, mich endlich mir selbst zuzuwenden, wohlwollend.
Was auch so richtig schön ist, ist die viele Zeit, die ich auf einmal habe - für den Bub, für die Bebi einzeln, für uns alle zusammen, aber auch für mich. Und das tut mir so gut!! Der Haushalt versinkt trotzdem nicht im Chaos. Mein neues Motto: Erst das Vergnügen, dann die Arbeit! Und zack - hat sich so richtig viel zum Positiven verändert dadurch. Bisher habe ich rangeklotzt, und war dann zu platt für alles andere. Nun komme ich auf meine Kosten, die Pflicht erledigt sich dann mit einer neuen Leichtigkeit. Tatsächlich gibt es, seit ich den habit tracker eingeführt habe, kaum einen Punkt, den ich nicht schaffe.

Für Dienstag habe ich einen - kostenlosen - Babysitter für die Beelzemädchen organisiert. Der Bub und ich starten unseren Dienstagssport!! Hatte ich ja an anderer Stelle schon mal geschrieben. Vermutlich wird es auf Schwimmbad hinauslaufen. Eigentlich mag ich's ja gerne. Wasser. Ich hoffe bloß, dass die Nieren heil bleiben. Oder sagen wir, sich nicht verschlechtern.

Das verlängerte Wochenende war superschön, wir waren lange spazieren, viele wunderschöne Augenblicke mit meinen Kindern, schöne Gespräche mit dem Bub. Wir haben Pläne gemacht, uns Technik angeschaut, zusammen gelesen, "Sendung mit der Maus" geguckt, der Bub hat in einem riesigen Kraftakt heute sein Zimmer ausgemistet, so dass die Spielsachen, die er bei Frida zu Weihnachten bekommen hat, nun in seine Regale passen.

Jetzt noch kurz lesen zum Runterfahren, und Instagram-Stories anschauen (oooops!), dann war's das für heute. Morgen geht die Schule wieder los - dann werden wir sehen, wie sich die vielen kleinen Veränderungen im Alltag behaupten.

Andale, muchachos!

Mittwoch, 4. Januar 2017

A Change Would Do Me Good!

Es hat sich was getan. Es hat sich viel getan, im Kleinen. Was nicht passt, wird passend gemacht. Schon immer mein Lebensmotto. Was soll ich meine kostbare Lebenszeit damit verschwenden, mich in irgendeine Situation einzufügen, die mich nicht zufrieden stellt?! Klar gibt es Dinge, die ich akzeptieren muss, wie sie sind, Dinge, die ich nicht ändern kann, durch die ich mich schlicht und einfach durchbeißen muss; sei es, weil es mir schlicht und einfach nicht zusteht, an irgendwas herumzupfuschen, was mich nicht angeht, oder weil manches eben ist, wie es ist. Punkt. Ende des Postings.
Wären da nicht die Dinge, die ich sehr wohl verbessern kann, verändern. Wieder und wieder, so lange, bis sie für mich und uns gut sind. Veränderungen gegenüber war ich noch immer aufgeschlossen. Veränderung bedeutet für mich hauptsächlich Verbesserung. Immer schön in Bewegung bleiben - wenn nötig. Dazu lernen.

Ende letzten Jahren ging es mir auf so vielen verschiedenen Ebenen nicht so wirklich gut, oder vielleicht täuschte das auch, wie auch immer ... Sand im Getriebe, eine Veränderung musste her. Irgendwann im letzten Viertel 2016 begab ich mich auf die Suche nach einem neuen Taschenkalender für 2017. Zeitgleich fing ich an, mir die Filofaxe anzusehen, und entdeckte Bullet Journaling als etwas, das durchaus für mich in Frage kommen würde. Nun bin ich zugegebenermaßen kein sonderlich kreativer Mensch (jedoch jemand, der unglaublich gerne kreativ und im kreativen Bereich begabt wäre - merke den Unterschied!), auch habe ich zu eurer Beruhigung, keine sonderlich tolle Handschrift, also werde ich euch mit massenhaft Bulletjournal-Anleitungs-Posts auf Twitter, Instagram und hier in meinem Blog verschonen. Ihr könnt aufatmen. Nun denn ... irgendwann im November oder so legte ich mir dann doch endlich ein wunderschönes Filofax (in rasperry) zu, ich habe darüber glaube ich geschrieben, um das Thema 'Kalender' für 2017 abhaken zu können, und auch, um endlich mal Herrin über meine zahlreichen Zettelchen und Listen zu werden. Tja nun, man nennt mich nicht umsonst die Listen-Beelze. So fing ich an, mein Filofax einzurichten: zwei komplette Kalendarien für 2017 - privat und mit der inhaltlichen Planung für die Kinderkrippe, UND ein Bulletjournal mit verschieden Elementen. Ja, das Filofax ist voll. *hüstel*. Ein komplettes Din-A5-Filo. Macht aber nix. Ein Filofax wählte ich, um Blätter einheften und rausschmeißen zu können, und im Bezug auf meine fehlende Kreativität dem Ganzen einen ordentlichen Rahmen zu geben.

Was sich nun geändert hat?! Als Kernstück meines Filofax-Bulletjournals kristallisiert sich Stück für Stück der habit tracker heraus. Bisher hatte ich so etwas Ähnliches versucht: ich hatte mich Abend für Abend versucht, hinzusetzen, was mir nicht wirklich immer gelang, und eine Din-A4-Seite mit einer dreispaltigen To-Do-Liste ausgedruckt. Klingt ... zum Scheitern verurteilt, ist es auch, weil ich für Montag bis Mittwoch eine ganz gute Liste hatte, die übrigen Tage hatte ich nie die Zeit gefunden, auszuarbeiten.

Vor meinem Kurzurlaub mit der Beelzemädchen in Rothenburg ob der Tauber dann, machte ich mich in den Tiefen ... in den Weiten ... den weiten Tiefen ... wie auch immer des Internets auf die Suche nach einem solchen habit tracker, und fand bei Clementine Creative einen für mich brauchbaren, den ich mir in 6-facher Ausführung ausdruckte. Dazu mein Montag-bis-Sonntags-Chaos an brauchbaren bis unbrauchbaren To-Do-Listen.
Als nächstes kopierte ich alle (!), und ich meine jedes (!) einzelne (!) Task (!) in ein einziges Word-Dokument, reduzierte die Mehrfachnennungen, ergänzte, strich, sortierte alphabetisch (per Knopfdruck - jupp!!) und druckte aus. In Rothenburg dann fand ich Zeit genug, meinen Habit Tracker einzurichten. Aktuell sind das 6 Din-A5-Seiten mit tasks.
Allerdings: Zum Einen war mir wichtig, jede Menge Wellness-Elemente für mich einzubauen, ebenso wie verschiedene Punkte im Tagesablauf, die ich mit meinen Kindern machen möchte. Außerdem habe ich verschiedene Topics, den Haushalt betreffend, in kleinere Unterpunkte aufgeschlüsselt und den Haushaltsplan von Clean Mama eingebaut (abgewandelt nach meinen Bedürfnissen), so dass da jetzt nicht mehr steht: "Freitag: Haus putzen" und ich so "Oh", sondern unterteilt in viele einzelne Aufgaben.

Allerdings gibt es schon jetzt, nach nur vier Tagen, so viele Änderungswünsche und Ergänzungen an meinem Habit Tracker, dass ich mir gleich einen neuen ausgedruckt habe mit mehr Seiten. Was soll ich mich bis Februar herumärgern ... dann mache ich mir lieber gleich die Mühe, das nochmal neu aufzusetzen, diesmal richtiger. Den neuen Habit Tracker werde ich unterteilen in täglich anfallende und weniger häufigere Aufgaben, und in diesen beiden Kategorien jeweils von A bis Z. Außerdem war ich heute mit der Beelzemädchen nochmal in unserem schönen Schreibwarenladen (wir haben einen riesigen Einzelhandel hier), um mir mehr Farben für meine Brush Pens zu kaufen (ich gebe die Hoffnung nicht auf, doch noch irgendwann kreativ zu werden). Verschiedene Kategorien von Aufgaben kann ich dann mit unterschiedlichen Farben markieren; ich bin mir noch nicht ganz schlüssig, welche Unterteilung hier Sinn macht. Wellness, Aufgaben Bebi, Bub, ich, Arbeit, schöne Dinge gemeinsam, und die Challenges, an denen ich (bis jetzt noch) teilnehme, vielleicht. Mal sehen, im Februar kann ich's dann ja wieder anpassen.
Ach ja, außerdem habe ich für den ganzen Monat im Voraus für jede einzelne Aufgabe Punkte in die  jeweiligen Kästchen gemacht, so dass ich tatsächlich nur noch Tag für Tag in der Zeile runtergehen muss, um zu sehen, was ansteht.

Wie sich das Ganze im Alltag bewähren wird, wenn der Bub ab Freitag wieder bei mir ist, und dann Schule hat, wird sich zeigen. Ich sehe das jetzt als Beta-Phase, kann aber zusammenfassend sagen, dass sich schon jetzt - durch diesen habit tracker - jede Menge zum Positiven geändert hat. Das Haus ist so sauber, dass es meinen Ansprüchen genügt, und zwar nicht mit Stress für mich verbunden, sondern so, dass ich neben meinem Vollzeit-Job und trotz Alleinerziehend-Bla-Bla auf einmal Zeit, unendlich viel Zeit habe, um Leben in mein Leben einzubauen!! Zeit für den Bub, Zeit mit der Bebi, und Zeit für mich selbst. 
In meinem Tagesablauf verändert habe ich die Zeit unmittelbar nach der Arbeit. Bisher scheiterte ich Tag für Tag für Tag für Tag mit meinem in der Theorie durchaus ehrenwerten Vorsatz, nach der Arbeit 'schnell zu erledigen, was zu erledigen, und dann Zeit für alles andere'. In der Praxis war ich die Stunde nach der Arbeit erst mal müde, schmiss mich aufs Sofa, von wo ich dann auch keine große Motivation mehr verspürte, aufzustehen. Und mir in der Konsequenz auch nicht mehr die vielen schönen Dinge gönnen durfte, die sich Leben nennen. Die Sache mit der Selbst-Kasteiung.
Aber was soll's, wenn ich die Stunde nach der Arbeit sowieso nicht in der Lage bin, im Haushalt weiter ranzuklotzen, dann kann ich sie auch nutzen, um etwas Schönes zu machen, und so schnappe ich mir jetzt die Bebiline, wir gehen raus, wahlweise einfach nur spazieren oder eine Runde Fahrrad fahren, oder irgendeine Kleinigkeit zu erledigen, wenn wir genug haben, gibt's erst mal eine kleine gemeinsame Aktion, dazu Kakao, heiße Schokolade und Obst. Heute haben wir zusammen eine Postkarte gebastelt. Danach geht dann tatsächlich zu erledigen, was sonst noch zu erledigen ist - eben irgendwas mit Haushalt. Naja, die Wäsche habe ich noch nicht geschafft. Die liegt gewaschen und zusammengelegt auf dem Wickeltisch und mag einfach nicht von alleine in die einzelnen Schränke wandern. Jedes Mal, wenn ich reinkomme, liegt sie immernoch da. Möp. Aber die Wäscheberge halten sich auch in Grenzen. Am Freitag ist ja sowieso frei, dann bekomme ich das wieder erledigt. Außerdem wird der Bub auch die ein oder andere Aufgabe zugeteilt kriegen, ohne ihn damit zu überfordern.

Und nein, ich habe nie behauptet, keine Pedantin zu sein. Immerhin: ein- und ausatmen steht nicht in meinem Habit tracker, Klo gehen auch nicht, aber sonst ziemlich ... viel. ;)

Mit meiner Mutter und mit dem Mann läuft's aktuell unterirdisch schlecht. Schlechter geht beinahe nicht. Aber irgendwie ... bin ich viel zu zufrieden mit all dem, was zur Zeit gut funktioniert, als dass mich das umhaut. Auch da habe ich meine Einstellung ein wenig überdacht. Naja, das mit dem Mann macht mich schon fertig, um ehrlich zu sein, das  mit der Würde habe ich noch nicht so ganz (will heißen: gar nicht) raus. Aber die viele Zeit, die ich jetzt habe, um zu leben und mit positiven Dingen zu füllen, fängt das zumindest teilweise gut auf. Schauen wir mal.

Weiter so!