Samstag, 31. Januar 2015

12 in 2015 - Rückblick Woche 4

Fridolin ist beim Fußball, Beelzebebi schläft, ich habe ein bisschen was getan (naja, ordentlich rangeklotzt) – jetzt ist Zeit für meinen Wochenrückblick. Viel hat sich getan in der letzten Woche! Tatsächlich spornt mich das Projekt "12 in 2015" dazu an, wirklich etwas zu tun, damit ich hier bei meinem Wochenrückblick etwas 'vorweisen' kann. In diesem Sinne - hier der Wochenrückblick:

1 Minimalismus

Gestern im Briefkasten: der Flyer für die Haussammlung am nächsten Montag. Juhu. Ich hatte die letzten Wochen ja schon immer hier ein bisschen und da ein bisschen aussortiert. So wirklich viel ist dabei nicht zusammengekommen. Aber muss es das wirklich? Nach den großen Aussortieraktionen der letzten Monate, bei denen teilweise ja wirklich viel Zeug weg kam, bleibt ja eventuell nicht mehr allzu viel, was weg kann ... . Wobei: je mehr ich aussortiere, desto mehr Gefallen finde ich an der neu gewonnen Einfachheit, Leere und dem Platz, umso mehr entwickelt sich der Ehrgeiz, noch andere Sachen zu finden, die aussortiert werden können. 
Unterm Strich: Minimalismus - läuft!


2 Gesundheit

Gesundheit? Autsch! Ständig ist irgendwas. Letzte Woche Hexenschuss und Blasen-/Nierenbeckenentzündung. Mit einem Schmerzmittelcocktail, der seinesgleichen sucht (also für meine Verhältnisse), habe ich das ganze so einigermaßen in den Griff bekommen. Vermutlich (...) muss sich - muss ich - an meiner Lebensführung etwas ändern, damit sich das bald mal verbessert. So wie jetzt geht es jedenfalls nicht weiter. Was soll noch kommen?! Und ja, ich bin mir im wahrsten Sinn des Wortes schmerzlich bewusst, dass das, was hier so geschieht mit mir, Warnschüsse sind, die mein Körper von sich gibt.


3 Konsum? - Stop!

Läuft! Letzte Woche habe ich das Geburtstagsgeschenk für meine Tante gekauft, ansonsten nur, was wir zum Leben brauchen. Kann man so lassen, passt! 
Verbesserungswürdig: die mit dem Konsumstop einhergehende Buchhaltung. Ziel für die nächste Woche.


4 Abnehmen

Äh .... keine Ahnung, Waage kaputt. Nicht kaputt, die Batterien müssen endlich ausgetauscht werden. Gefühlsmäßig - weiß nicht, ich habe kein Gefühl.


5 Ernährung optimieren

Läuft! Die letzte Woche habe ich meine Obst- und Gemüse-Sucht wiederentdeckt. Derzeit hoch im Kurs: Litschis, Granatäpfel, Fenchel ... . Ja doch, auch exotisches Obst. Irgendwie muss ich ja meine Gelüste anderweitig kompensieren.
Keine Süßigeiten? Naja, da war ein Faschingskrapfen, der für schlechtes Gewissen sorgt. Hm, schlechtes Gewissen ist aber auch nicht der Hit. Wenn ich nicht wahllos 10 Krapfen am Stück in mich hineinschlinge, sollte ich mir doch wohl einen einzigen, den ich in Ruhe esse und genieße, ohne schlechtes Gewissen gönnen.
Unterm Strich: Weiter keine Softdrinks etc.


6 Bewegung

Was aus meinem Ziel 

Nächste Woche wird hier 70.000 stehen - versprochen! - Ziel!!

geworden ist? Ich weiß es nicht, mir kam der bescheuerte Hexenschuss dazwischen, oder was auch immer das war und hatte den Schrittzähler nicht weiter bei mir. Bis Mittwoch hatte ich mein Ziel aber schon nahezu verdoppelt gehabt, von daher ist schon gut möglich, dass ich mein Ziel erreicht habe.


7 Sozialisieren

Hm, naja, sozialisiert habe ich mich diese Woche nicht allzu sehr ... obwohl: mit der Freundin beschlossen, dass wir ins Theater gehen wollen, nach einem Theaterstück gesucht, einmal Cappuccino trinken gewesen ... Alles in Allem: joah, bassd scho. Sonst noch irgendwas? Hab's glaube ich vergessen.


8 Bücher essen

"Die sagenhafte Saubande" ist fertig gelesen. Nächstes Buch: Sergio Bambaren - "Die Zeit der Sternschnuppen". Mein 10-Seiten-am-Tag-Projekt tut mir gut. 10 Seiten steht ja nur synonym für 'ausruhen, zur Ruhe kommen'. Zweck erfüllt - weitermachen!


9 Feierabend

Wird besser, glaube ich. Da ich ja nun endlich endlich endlich wieder zum arbeitenden Volk gehöre, nicht alleine wegen Fridolin raus muss, und danach gemütlich mein Zeug machen kann, sondern, wenn Fridolin aus dem Haus ist, selbst arbeiten muss, muss ich dementsprechend abends ins Bett, damit ich fit bin. Folglich klappt das auch mit Feierabend besser, weil ich ja auch noch Zeit für mich haben möchte, um runterzufahren, zu lesen, was auch immer.


10 One thing at a time

Läuft.


11 Treuepunkt

Läuft.


12 Baumhaus/Garten

Am Donnerstag haben wir den Schreiner angerufen, wenn's klappt, kommt er am Mittwoch mit den Entwürfen vorbei, dann geht's weiter. Yeah! Yeah! Yeah!

In Angriff nehmen:
- Zitat des Tages
- Email an dich


Unterm Strich:
Es ist einiges in Bewegung, und das fühlt sich verdammt gut an. Sachen, die mich weiterbringen, an denen ich mich aber auch festhalten kann. Gefällt mir.

Freitag, 30. Januar 2015

Benebelt

Tja nun ... Fred immer mit seinem "Muss das jetzt auch noch sein" und "mir geht's ja so schlecht bliblablubb" bewirkte, dass ich gestern die elendig schwere Bücherkiste hievte, um den Keller frei zu bekommen - zack: Hexen-Warnschuss vom Feinsten. Nicht so schlimm wie vor ein paar Tagen, aber das reicht auch so schon durchaus, um mich an die Grenzen meiner Belastbarkeit zu bringen.
Einen genauen Plan, wie das weitergehen soll, habe ich nicht wirklich. Was, wenn's nicht besser wird? So ist das kein Zustand, ich kann kaum Bebi versorgen. Nein, sie muss nicht leiden, oder so ... aber ... nun ja: um ehrlich zu sein, kämpfe ich hart, dass sie nicht irgendwie zu kurz kommt.
Zum Glück hat mir Fridolin nach seinem Mega-Anfall gestern heute morgen gut geholfen. Er stand schon um 6 Uhr bei mir im Zimmer und hatte alle (!) Lichter im Haus angemacht, damit wir nicht mehr einschlafen - hatte wohl Schiss, dass wir wieder verschlafen, so wie gestern.

Donnerstag, 29. Januar 2015

Das Amulett von Samarkand

Feierabend, Wochenende!
Wochenende?
Morgen kommen die Maler, um den Wasserschaden zu begleichen.
Das Haus im Chaos - schon wieder!
Aber zum letzten Mal.
Dann brauche ich hier jetzt bitte erst mal keine Handwerker!
Am Samstag früh kommt gleich die Putzfrau, dann erspare ich mir wenigstens das.
Dann hoffentlich das letzte Mal Riesen-Chaos beseitigen. Ich rechne mit mehreren Wochen, bis wieder ein halbwegs normaler Zustand hergestellt ist. Der Hausflur zieht sich von ganz oben nach ganz unten immerhin über vier Etagen.
Dem Bub vorhin zwei Faschingskrapfen bezahlt für Hilfe. Nach dem richtigen Hexenschuss mit komplett bewegungsunfähig gerade eben noch einmal Hexe.

Anfragen für die Arbeit kommen derzeit täglich ... gestern acht Stück. Acht! Davon eine aus dem Saarland für 42 Stunden pro Woche. Heute zwei telefonisch, eine Mutter stand mit Kind gleich direkt vor der Tür. Äh ............... .

Die letzten vier (?) Stunden hatten wir hier Megastress. Fred hat eine attitude an sich, die einfach gar nicht geht. Anpassungsfähigkeit zero. Respekt null. Motivation sowieso nicht vorhanden. Eigentlich wäre mir ja schon wichtig, die Sachlage hier mal für mich aufzurollen. Einfach, um mit ein bisschen Abstand, die Dinge rational bewerten und dementsprechend handeln zu können. Wobei mir das glaube ich ganz gut gelingt. Sonst wäre ich heute nicht in der Lage gewesen, die Kinder, die Fred durch eben diese respektlose etc etc Art aufgewühlt hat, wieder zu beruhigen.
Diese Art legt er nun schon seit einiger Zeit an den Tag, heute eskalierte das Ganze dann, weil sich genau dies eben auf Fridolin übertrug - den ich für solches Verhalten selbstverständlich in seine Schranken weisen muss. Weil ich ihn erziehe. Weil ich möchte, dass er als Mensch in die Welt hinaus geht, der weiß, wie man anderen Menschen gegenüber Respekt zeigt - und dementsprechend  Respekt zurück bekommt. Der weiß, wo man sich selbst mal ein bisschen zurücknehmen muss, und andere Ansichten akzeptiert, anstatt ganz grundsätzlich alles in Frage zu stellen, was ein anderer Mensch sagt. Der sich bewusst ist, dass sein Handeln, was auch immer er tut, eine Reaktion seines Gegenübers hervorruft, welcher Art auch immer, und dass er genau diese Reaktion durch sein eigenes - gutes - Handeln beeinflussen kann.
Als ich bemerkte, dass Fred diese respektlose Art nicht nur mir gegenüber zeigt, sondern vielen anderen Menschen auch, begann ich zu begreifen, dass ich mich abgrenzen kann. Theoretisch. Praktisch stehe ich noch viel zu oft da, und es kommt statt dem etwas entgegenzusetzen, und nicht die Opferrolle zu übernehmen, einfach nur BLUBB aus meinem Mund.
Heute früh begriff ich auch mit einem Mal, dass nicht ich von Fred abhängig bin, sondern im Gegenteil - er zu einem großen Teil, dessen ich mir bis jetzt nicht bewusst war, auch von mir. In meiner Wut heute morgen schrieb ich ihm irgendwas mit "dann mach deinen Scheiß doch allein!" Da wurde mir klar, dass diejenige, die hier alles wuppt, ich bin. Dass ohne mein Tun Fridolin nicht mal ein Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk bekäme, wir auf den Kosten für den Wasserschaden sitzen bleiben würden, geschweige denn, dass irgendetwas davon behoben worden wäre und und und. Aus verschiedenen Gründen, die ich hier nicht aufführen kann, sehe ich nicht ein, dass ich verschiedene Dinge hier alleine wuppe. Klar könnte ich's alleine machen. Sehe ich aber nicht mehr ein. Wer nutznießen möchte, muss auch etwas dafür tun. Ich lasse mich nicht mehr ausnutzen. Ich bin aufgewacht.

Montag, 26. Januar 2015

Sophie La Girafe

Eigentlich gibt's ja viel zu erzählen von diesem Tag, keine Ahnung, wo ich starten soll ... .

Ein schöner Tag.
Leichte Arbeit.
Da sind wir schon beim Thema.
Eigentlich bin ich für meinen Job überqualifiziert.
Nicht nur eigentlich.
Nicht nur ein bisschen.
Aber irgendwie ist mir das egal.
Oder habe ich mich bewusst dafür entschieden.
Nimmt mir die Angst vor Überforderung,
zeitgleich kann ich die in mich gesetzten Erwartungen mit Sicherheit übertreffen,
und mich in einem von mir (!!!!!) gewählten Tempo steigern.
Mit den Kolleginnen ist das so ein Thema. Wir haben eigentlich nicht wirklich was miteinander zu tun, jede macht ihr eigenes Ding. Oder so, 
Morgen hätten wir ein Treffen gehabt. Die Kollegin musste absagen, sie ist auf den ÖPNV angewiesen, aber kann nicht zu mir kommen, weil sie mit ihrer Körperfülle nicht in den Aufzug passt. Ihre eigene Aussage. Und die Treppen gehen mit ihren Kindern geht nicht. Hm.
Nun denn: dann muss ich mir ein Alternativprogramm überlegen.

Ansonsten: heute jede Menge Anfragen - mehr als ich Plätze frei habe. Darunter so einige vielversprechende - genial!

Und: Urlaub eingereicht - bei mir selbst, und gleich genehmigt bekommen. Coole Chefin, das. ;)
Wenn man eingereichten Urlaub schon sofort durch hat, dann auch gleich mal gebucht - JUHU!!

Selbstgemachte Pizza zu Mittag - der Hit!!

So, dann kam der Bub aus der Schule - weinend! Ihm sei in der Schule etwas ganz Schreckliches passiert, er habe nicht mal sein Pausenbrot essen können, weil ihm schlecht gewesen sei vor Angst ... Keine Ahnung, was ich dachte ... am Ende stellte sich heraus, dass ihm versehentlich eine Seite eines Schulbuches eingerissen war, als er sein Lineal in die Büchertasche steckt. Ich kenne ihn nun schon ein paar Jahre, wir haben 1001 Bücher hier, normalerweise ist er sehr achtsam im Umgang mit Büchern. "Welchen Eindruck macht das bei der Lehrerin, nun musst du wegen mir so viel Geld bezahlen" und und und. Ich tröstete ihn, dass wir das reparieren können. Da ich heute nach der Arbeit in der Stadt einiges erledigen müsse, solle er das Fred sagen, der heute "Nachmittags-Schicht" bei Fridolin hatte.
21.06 Uhr - ein gellender Schrei tönt durchs Haus: "Maaaaamiiiiiiiiiiiiiiii, das Piri-Buch!!!!!!" Ich dachte, das wäre längst repariert. "Was habt ihr denn heute Nachmittag gemacht?" "Gespielt." - Juhu.

Und Bebi ... hat einen enormen Entwicklungsschub gemacht: 
nun kann sie ihre Hände gezielt einsetzen - um die Augen zu reiben, wenn sie müde ist zum Beispiel
sie fährt voll auf Spielzeugautos ab, sowieso ist alles in, was sich bewegt und/oder Geräusche macht. Habe ihr heute Sophie La Girafe gekauft, und ein Auto, das quietscht, wenn man oben drauf haut. Also nix bloß zum Anschauen, sondern was die Aktivität anregt.
UND ... im Vierfüßlerstand kommt sie nun rückwärts-rutschend voran -IRRE!!! - und dreht und rollt sich vorwärts rückwärts links rechts und auf alle Seiten.

Nach der Arbeit kam die Putzfrau - ich hatte ja schon öfter geschrieben ... besser als wenn keiner sauber macht. Aber mehr auch nicht. Hmpf. Und sie kann dies nicht und das nicht, und beim Fensterputzen wird sie krank, dann braucht sie Medikamente, die kosten Geld. ?!? Nun denn ... . Ersatz finden ist schwer. Sehr schwer. Ich bin ja froh, dass wir überhaupt jemanden haben.

Nachmittags mit Bebiline in die Stadt gefahren zu einem schönen Ausflug. Sie hat Sophie La Girafe bekommen und ein quietschendes Auto. Danach gab's für mich den leckersten Cappuccino seit Langem, und wir fanden das gesuchte Geburtstagsgeschenk.

Sonntag, 25. Januar 2015

Es war einmal ......

"Panta rhei"
Alles fließt, 
weshalb man nicht zweimal in denselben Fluss steigen kann.
~ Heraklit ~


Das Thema "Loslassen" zieht sich durch das Leben wie ein roter Faden. Nun als neues Stichwort im Blogideenkasten. Leben ist die permanente Veränderung, Beständigkeit eher die Ausnahme.

"Reisende soll man ziehen lassen", "Wer loslässt hat die Hände frei", "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" - da hat Platon, der den Ausspruch Heraklit's in seinem Aphorismus knapp zusammenfasste, einen regelrechten Trendsport geschaffen - Wer am meisten loslässt, gewinnt - ??

Die 27 Jahre, bevor ich sesshaft wurde, lebte ich auf drei verschiedenen Kontinenten, in fünf verschiedenen Ländern, die unterschiedlicher nicht sein können. Eines davon zählt laut Human Development Index zu den mit Abstand reichsten Ländern, zwei rangieren am untersten Ende. Dabei habe ich von klein auf die verschiedenen Arten des Loslassen kennen und zu verinnerlichen gelernt:

Loslassen - Abschied nehmen von geliebten, wichtigen Menschen
Loslassen - von Freunden und solchen, die es hätten werden können
Loslassen - mit Gewohntem aufhören, um Platz für Neues zu schaffen
Loslassen - schlechter Gewohnheiten
Loslassen - Besitztum
Loslassen - andere Kontakte
Loslassen - Schuld
Loslassen - Vergangenheit
Loslassen - überholte Lebensentwürfe

Seitdem ich richtig sesshaft geworden bin, vor sechs Jahren also, hat sich zu den Erinnerungsstücken an verschiedene Menschen in verschiedenen Lebensabschnitten auf verschiedenen Kontinenten Zeug angesammelt. Viel Zeug. Nicht zuletzt habe ich dieses Haus gekauft in der Hoffnung auf etwas Dauerhaftes. Ein Haus bauen steht - zumindest in Deutschland - für Beständigkeit. Beständigkeit schien mir erstrebenswert. Doch was bringt - mir - diese - materielle - Beständigkeit? In all den Jahren habe ich gelernt, dass die Beständigkeit weniger durch äußere Faktoren geschaffen werden kann - oberflächlich, ja -, dass wahre Beständigkeit aber bedeutet, mit sich selbst im Reinen zu sein, gut bei sich zu sein, eine innere Balance gefunden zu haben.

Vor vier Jahren, da war ich gerade einmal zwei Jahre im Lande, überkam mich dann ein Anfall von Tabula Rasa. Der immernoch anhält. Festhalten schränkt mich massiv ein. All die ganzen Gegenstände, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, bewirken zwar, dass ich meinen inzwischen KinderN ein schönes Lebensumfeld geschaffen habe. Mir persönlich nehmen nicht alle, aber viele davon doch die Freiheit, binden mich fest, engen mich ein. Will ich das?! So kann man das auch auf Beziehungen zu Mitmenschen übertragen ... . Sollte man wirklich jedes Mal aufs Neue wieder Bindungen zu Menschen einzugehen, die man dann (aufgrund von räumlichen Veränderungen oder Krankheiten) nur wieder lösen muss und diesen Trennungsschmerz riskieren? Viele dieser Beziehungen (nicht im Sinne von Liebe), die ich eingegangen bin, haben das Loslassen nicht überdauert - weil sie vielleicht auch gar nicht dafür ausgelegt waren, weiter zu bestehen. Weil es gut ist, dass sie da waren für die Zeit, die sie mich begleitet haben, aber Platz geschaffen haben, dass ich an neuen Orten neue Bindungen eingehen konnte. Überdurchschnittlich viele mir wichtige Bezugspersonen sind schon früh in meinem Leben durch Krankheiten gegangen. Was aber allen gemeinsam ist, ist die Tatsache, dass die wirklich wichtigen Bindungen überdauert haben - trotz Loslassen.

Als mich diese Erkenntnis traf wie den Twitterer das Tageslicht (....), beschloss ich, Schluss zu machen! Mit dem Festhalten! Und wieder anzufangen mit dem Loslassen! In verschiedenen Kartons lagen Liebesbriefe von früher, von ganz früher, halbwegs aktuelle ... weg damit! Und all die vielen Fotos von überall! Postkarten. Kleidung. Zeug. Weg! Was blieb, war ein kleiner Karton (tatsächlich) mit den allerwichtigsten. Fotos. Briefen. Postkarten. Und immernoch arbeite ich daran, meinen Besitz zu minimieren. Unvorstellbar wie viele Jahr(zehnt)e meines Lebens ich aus einem einzigen großen Reiserucksack, und einer Tasche fürs Handgepäck leben konnte ... .

Mag sein, dass etwas festzuhalten oft viel leichter erscheint. Da weiß man wenigstens, was man hat, kann weiter seines Weges gehen, kann die unweigerlichen Turbulenzen im Rahmen halten. Warum also loslassen, wenn ungewiss ist, wie tief ich fallen werde?

Hoffnung ist für mich die Kraft, die meine Zukunft möglich macht!

Loslassen ebnet den Weg für Veränderungen.
Mit der Veränderung leben.
An der Veränderung wachsen.

Wenn der Wind der Veränderung weht,
bauen die einen Mauern
und die anderen Windmühlen.

Chinesisches Sprichwort

Loslassen. 
Endgültig.